Was tun bei Fieberkrämpfen?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.
Mutter am Bett ihrer kleinen Tochter.

Bildnachweis: © wdv / Eva Toncar

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Was tun bei Fieberkrämpfen?

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Die Expertin zum Thema

Dr. Renate Quarg

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Fieberkrämpfe sind bei Kindern keine Seltenheit, ca. vier Prozent aller Kinder bekommen mindestens einmal einen Fieberkrampf. Am häufigsten tritt dies im Alter von sechs Monaten und fünf Jahren auf. Dabei zeigt sich das Bild eines zerebralen Anfalls mit Bewusstseinsverlust, das Kind wird steif und zeigt dann „schüttelnde“ (tonisch-klonische) Muskelkrämpfe am ganzen Körper oder auch nur bestimmter Körperregionen. Nach wenigen Minuten hört der Fieberkrampf meist von selbst auf. In der Regel ist das Kind danach sehr schläfrig, kann aber nach 20-30 Minuten wieder ganz normal auf alles reagieren. Der Krampfanfall sieht dramatisch aus, ist normalerweise aber harmlos und verursacht keine Schäden beim Kind. Gefährlich sind erst Fieberkrämpfe, die länger als 20 Minuten andauern.

Es ist unklar, warum manche Kinder einen Fieberkrampf bekommen und andere nicht. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn so etwas bei nahen Verwandten (Eltern oder Geschwistern) schon vorgekommen ist. Meist treten die Fieberkrämpfe bei Fieber über 38,9°C auf, sie werden aber auch schon bei erhöhter Temperatur beobachtet. Entscheidender nämlich als die Höhe des Fiebers scheint die Geschwindigkeit des Fieberanstiegs zu sein. Besonders häufig kommen Fieberkrämpfe in Zusammenhang mit der Kinderkrankheit Dreitagefieber vor.

Familie von oben fotografiert, liegt auf einem Holzfußboden.

Antwort auf Eltern-Fragen

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Sollte Ihr Kind erstmalig einen Fieberkrampf bekommen, rufen sie den Rettungsdienst (112), der das Kind ins nächstgelegene Krankenhaus bringen wird. Manche Eltern haben den Impuls, ihr Kind während eines Krampfes mit kalten Lappen abzureiben oder es zu schütteln. All diese Maßnahmen führen leider nicht zum Erfolg. Sinnvoller ist es, für Sicherheit zu sorgen: Entfernen Sie Gegenstände, an denen sich das Kind verletzen könnte, und legen Sie dem Kind eine weiche Unterlage unter der Kopf. Halten Sie Ihr Kind auf keinen Fall unter Anstrengungen fest. Der Fieberkrampf hört nach einigen Minuten von selbst auf. Schauen Sie auf die Uhr, um dem Rettungsdienst oder dem Kinderarzt die genaue Dauer des Krampfanfalles mitteilen zu können. Dies ist für die Diagnostik von Bedeutung.


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Letzte Änderung: 25.11.2012