Schilddrüse: So beeinflussen Hormone die Psyche

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Arzt im Gespräch mit einem Patienten.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Die Schilddrüse ist ein recht kleines Organ, dennoch hat sie einen großen Einfluss auf unseren Körper. Werden zu viele oder zu wenig Schilddrüsenhormone produziert, hat das aber nicht nur körperliche Auswirkungen, auch die Psyche leidet. So erkennen Sie die Symptome.

Schilddrüsenhormone steuern sehr viele Vorgänge im Körper. Sie regeln den Stoffwechsel und halten ihn im Gleichgewicht. Gerät dieses Gleichgewicht durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse durcheinander, wirkt sich das auf den Körper und die Seele aus.

Schilddrüsenunterfunktion: Gedrückte Stimmung

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone produziert. Die Folge: Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Es kommt zu verschiedenen körperlichen Beschwerden wie zu niedrigem Puls oder Gewichtszunahme. Doch auch die Psyche leidet. Folgende Symptome können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen:

  • depressive Verstimmungen bis hin zur Depression
  • Teilnahmslosigkeit
  • schnelle Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Verwirrung
  • schwankende Gemütslage

Die psychischen Beschwerden treten meist vor den körperlichen Symptomen auf, daher wird eine Schilddrüsenunterfunktion oft erst spät diagnostiziert. Besonders bei älteren Frauen denken Ärzte häufig zuerst an die Wechseljahre, denn die Symptome ähneln sich. Steht die Verwirrtheit im Vordergrund, wird bei älteren Menschen eine Demenz angenommen. Und auch die Diagnose Depression ist keine Seltenheit bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Frau mit Headset am Computer.

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Medizinische Hilfe am Telefon.

Schilddrüsenüberfunktion: Nervös und ängstlich

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion gelangen zu viele Schilddrüsenhormone ins Blut. Der Körper reagiert unter anderem mit Schwitzen, Zittern und Gewichtsverlust. Doch auch starke Gefühlsregungen sind häufig bei einer Schilddrüsenüberfunktion. Betroffene sind dann:

  • nervös
  • reizbar
  • unruhig
  • schreckhaft
  • ängstlich

Es kann sogar zu Panikattacken kommen – ähnlich wie bei einer psychisch bedingten Angststörung, die fälschlicher Weise oft diagnostiziert wird. Bei älteren Frauen steht zudem, wie bei der Schilddrüsenunterfunktion, der Verdacht auf Wechseljahresbeschwerden im Vordergrund.

Wochenbettdepression: Schilddrüse als Ursache

Einige Frauen sind nach der Geburt ihres Kindes in einer niedergedrückten Stimmung. Die Ursache kann auch hier bei der Schilddrüse liegen, die durch die hormonelle Umstellung nach der Entbindung nicht mehr richtig funktioniert. Lassen Sie das unbedingt von Ihrem Arzt abklären.

Psychische Beschwerden: Immer an die Schilddrüse denken

Bei anhaltender Abgeschlagenheit, starken Stimmungsschwankungen und weiteren psychischen Beschwerden sollten immer auch die Schilddrüse als Ursache in Betracht gezogen werden. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann mit einem einfachen Bluttest feststellen, ob dieses wichtige Organ noch richtig arbeitet oder nicht. Schilddrüsenfunktionsstörungen sind gut behandelbar.

Letzte Änderung: 13.01.2020

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