Stottern

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Mutter liest einem kleinen Jungen vor.

Bildnachweis: © wdv / Michael Völler

Je eher erkannt wird, dass ein Kind stottert, desto besser lässt sich die Sprachstörung behandeln.

Beim Stottern ist, allgemein gesprochen, der Redefluss beeinträchtigt. Jede genauere Beschreibung ist schwierig, vermutlich gibt es ebenso viele Unterschiede beim Stottern, wie es Betroffene gibt. In manchen Fällen werden Stotterer noch nicht einmal erkannt, selbst Therapeuten können getäuscht werden, weil die Betroffenen geschickt versuchen, heikle Situation oder schwierige Laute zu umgehen. Oftmals stottern Kinder auch in einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung, ohne dass es einen ernsten Grund dafür geben muss. Dann sollten Eltern ihrem Nachwuchs etwas Zeit geben und diese Sprechprobleme werden sich von selbst auflösen.

Familie von oben fotografiert, liegt auf einem Holzfußboden.

Antwort auf Eltern-Fragen

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ie Ursachen des Stotterns sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Auch ist unklar, warum Stotternde flüssig und frei sprechen können, wenn sie flüstern. Auch in einem Chor mit anderen sprechen und singen fällt ihnen nicht schwer. Und eine Vererbung muss ebenfalls nicht immer der Grund fürs Stottern sein. Wahrscheinlich ist, dass lediglich die Veranlagung zu einer Sprachschwäche weitervererbt wird. Ob sie dann ausbricht, ist von Fall zu Fall verschieden.

Trotz unklarer Ursachen gibt es einige Anhaltspunkte, wie betroffene Eltern bei ihrem Kind eine Sprachstörung feststellen können.

So erkennen Sie, ob Ihr Kind stottert

1. Auffällige Aussprache

  • Teilwortwiederholung: Aus „Ball“ wird „Ba ... ba ... ball“
  • Satzteilwiederholungen: „Ich wollte ... ich wollte jetzt gehen.“
  • Unterbrochene Wörter: „Ich wollte jetzt g --- (Pause) --- ehen.“
  • Dehnungen: „Hoooool mich bitte ab.“ oder „Mmmmmöchtest du Eis?“
  • Verbesserungen: „Ich bin --- ich habe das Fenster geöffnet.“
  • Suche nach dem richtigen Laut: „Ta --- Ta --- Telefonbuch“

2. Auffälliges Verhalten

  • Wenn die Sprachblockaden stärker werden, wirken Gestik und Mimik angestrengt und auch die Lautstärke oder Tonlage des Gesprochenen verändern sich deutlich.
  • Das Kind spricht mit „Händen und Füßen“, zum Beispiel ballt es die Fäuste oder stampft auf dem Boden auf.
  • Als Reaktion auf das Stottern entstehen Wut oder Scham, das stotternde Kind wird aggressiv oder fängt an zu weinen.
  • Je länger Sprachstörungen unbehandelt bleiben, umso wahrscheinlicher ist es, dass das Kind versucht, unangenehme Situation oder schwierige Wörter zu meiden. Auch spricht es nur noch ungern oder immer seltener.

Letzte Änderung: 06.08.2012