Krebs: Tipps für Angehörige

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Diagnose Krebs. Plötzlich ist alle Leichtigkeit verloren und Sprachlosigkeit macht sich breit – nicht nur beim Betroffenen, sondern auch bei Angehörigen und Freunden. Dabei ist es für Erkrankte jetzt besonders wichtig, reden zu können. Diese Tipps von Dr. Julia Petmecky, Psychologin im ServiceCenter AOK-Clarimedis, helfen Nahestehenden, das Schweigen zu überwinden.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Julia Petmecky

Psychologin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

1. Reden – ehrlich, aber nicht unpassend

Sprechen Sie offen, ruhig auch über Ihre eigene Sprachlosigkeit. Denn: Wer ehrlich und authentisch bleibt, trifft den richtigen Ton. „Anteilnahme und Mitgefühl zu zeigen, kann nie falsch sein“, sagt Dr. Petmecky. Über den Krebs zu reden, hilft vielen Betroffenen, doch achten Sie darauf, nichts Unpassendes zu sagen. Verharmlosen Sie die Krankheit nicht durch Phrasen wie „Das wird schon wieder!“ – aber dramatisieren Sie sie auch nicht, indem Sie beispielsweise Horrorgeschichten von anderen Krebspatienten erzählen.

2. Konkrete Hilfe anbieten

„Melde dich, wenn du etwas brauchst!“ – für Erkrankte ist das nicht immer einfach. Formulieren Sie Ihr Angebot deshalb so konkret wie möglich: „Ich gehe einkaufen. Soll ich dir etwas mitbringen?“

3. Die Initiative ergreifen

Warten Sie nicht auf Anrufe, rufen Sie selbst an! Auch Mails oder Postkarten zwischendurch zeigen dem Erkrankten: „Du bist nicht alleine, ich denke an dich.“

4. Dem Alltag Raum geben

Es gibt ein Leben neben der Krebserkrankung, der Krebs sollte deshalb nicht das einzige Gesprächsthema sein. Scheuen Sie sich nicht, auch Geschichten aus Ihrem Alltag zu erzählen. Lassen Sie den Erkrankten an dem teilhaben, was Sie erleben. Dr. Petmecky: „Alltag darf banal und auch lustig sein. Zudem schafft der Alltag die nötige Ablenkung.“

5. Da sein – auch nach der Therapie

Die Therapie ist abgeschlossen, doch jetzt ist nicht automatisch alles wieder gut. „Die Betroffenen fallen häufig erst einmal in ein Loch. Sie sind erschöpft, weil die Behandlung anstrengend war und sie sich die ganze Zeit zusammengerissen haben“, so Dr. Petmecky. Auch in der Zeit nach der Therapie sollten Sie deshalb Verständnis zeigen und für den anderen da sein.

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Letzte Änderung: 14.09.2017