Das Asperger-Syndrom

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Kleiner Junge sitzt im Klassenzimmer und schreibt in sein Heft.

Bildnachweis: © wdv / Michael Völler

Eine leichtere Form der Autismus-Spektrum-Störungen ist das Asperger-Syndrom. Sprachentwicklung und Intelligenz sind bei den Betroffenen meist unauffällig. Oft tritt das Syndrom erst nach dem dritten Lebensjahr zutage, manchmal wird es sogar erst in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter diagnostiziert. Trotz einiger Beeinträchtigungen führen Asperger-Autisten in der Regel ein relativ selbstständiges Leben.

Symptome

Die Symptome beschrieb der österreichische Mediziner Hans Asperger bereits in den 1940er Jahren. Nach ihm ist diese Autismus-Form benannt.

Ebenso wie bei anderen Formen des Autismus fällt bei Asperger-Betroffenen auf, dass sie im Kontakt mit ihren Mitmenschen anders reagieren, als man es erwarten würde. Auch sie suchen und halten selten Blickkontakt zu anderen Menschen und können die Gefühle ihres Gegenübers nicht richtig einschätzen. Asperger-Autisten sind überwiegend durchschnittlich, manche hochintelligent. Vereinzelt weisen sie sogenannte Inselbegabungen auf, das heißt sie beherrschen ein spezielles Gebiet oder eine Sache äußerst gut. Dazu gehört etwa die Fähigkeit, komplexe Texte auswendig zu lernen.

Kinder mit Asperger-Syndrom entwickeln sich sprachlich ganz normal. Oft verstehen sie allerdings sprachliche Bilder oder Ironie nicht. Sie sprechen häufig sehr geziert. Ihre motorischen Fertigkeiten sind häufig unterdurchschnittlich entwickelt.

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Diagnose

Die Diagnose wird gestellt, nachdem der Arzt die Eltern bzw. den Patienten selbst nach bestimmten Verhaltens- und Wahrnehmungsweisen fragt, die als typisch für Autismus bzw. für das Asperger-Syndrom gelten. Dazu gehören etwa Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Menschen. Da manche Auffälligkeiten auch bei nicht-autistischen Menschen auftreten, muss die Zuordnung der Symptome durch Beobachten, Fragen und medizinisch-psychiatrische Untersuchungen genau herausgearbeitet werden. Nur so kann man erkennen, ob ein Asperger-Syndrom vorliegt oder nicht.

Behandlung

Menschen mit Asperger-Syndrom können in Verhaltenstherapien lernen, wie sie im Alltag besser zurechtkommen. Das betrifft vor allem die sozialen Interaktionen mit anderen Menschen. So üben sie beispielsweise, mit Kollegen über Belanglosigkeiten zu plaudern. Auf diese Weise können sie sich Fähigkeiten aneignen, die sie nicht intuitiv beherrschen. Die Therapie richtet sich stets danach, wie ausgeprägt die Störungen des Einzelnen tatsächlich sind. Aber auch die Eltern und andere Bezugspersonen können lernen, mit ihrer Sprache und ihrem Verhalten den Betroffenen entgegenzukommen.

Letzte Änderung: 17.07.2017