Kamille – ein beliebtes Allroundtalent

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Eine Tasse Tee, daneben liegen Kamilleblüten auf einem Tablett.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Die Kamille ist ein wahrer Alleskönner. Deshalb gehört sie wohl auch zu den beliebtesten und damit auch am häufigsten verwendeten Heilpflanzen. Ihr ätherisches Öl hemmt Entzündungen, fördert die Wundheilung und löst Krämpfe. Vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden wird die Kamille eingesetzt. Wogegen die Heilpflanze des Jahres 2002 sonst noch hilft, erfahren Sie in diesem Teil des vigo-Online-Kräuterlexikons.

Fast jeder kennt den angenehmen und einzigartigen Duft der Kamille. Auch das typische Aussehen mit ihren weißen Zungenblüten und der prallgelben Mittelscheibe haben viele vor Augen. Grob erinnert die Kamille an ein viel zu groß geratenes Gänseblümchen.

Herkunft

Die „Echte Kamille“ (Matricaria chamomilla) gehört zu den Korbblütlern. Die einjährige, krautige Pflanze wird 20 bis 50 Zentimeter groß. Was Boden und Nährstoffe angeht, ist sie ziemlich anspruchslos: Kamille wächst auf brachliegenden Feldern und am Wegrand. Ihre ursprüngliche Heimat ist Vorderasien sowie Süd- und Osteuropa. Heute ist die Kamille in ganz Europa, Nordamerika und in Australien eingebürgert.

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Wirkung

Als pflanzliche Arznei kommen die Kamillenblüten zum Einsatz. Sie enthalten u. a. 0,3 bis 1,5 Prozent ätherisches Öl, bis zu sechs Prozent Flavonoide, Cumarine und drei bis zehn Prozent Schleimstoffe. Neben dem bekannten Kamillentee gibt es Fertigarzneimittel in Form von Salben sowie Bade- und Inhalationszusätzen, die innerlich oder äußerlich angewendet werden. Kamille wirkt krampfstillend, entzündungshemmend, wundheilend, gegen Blähungen und als Magenmittel.

Haupteinsatzgebiet der Kamille ist die innerliche Anwendung bei Magen- und Darmbeschwerden, wie Gastritis, Enteritis, Colitis, Blähungen und krampfartigen Beschwerden. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann die Kamille helfen.

Äußerliche Anwendung findet die Echte Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen, bei bakteriellen Hauterkrankungen, auch der Mundhöhle und des Zahnfleisches. Bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege sind Inhalationen sinnvoll. Bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich sind Kamillebäder und -spülungen hilfreich.

Auf die Anwendung eines Kamilleaufgusses im Augenbereich sollten Sie aufgrund möglicher Allergiegefahr verzichten.

Letzte Änderung: 23.04.2015