Blutspende - welche Arten gibt es?

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Patientin wird Blut abgenommen.

Bildnachweis: © wdv / Alex Schwander

Blut ist lebenswichtig. Ein zu hoher Verlust – egal ob durch einen Unfall oder während einer Operation – kann tödlich sein. Zum Beispiel Leukämiekranke oder Frühgeborene sind auf Blutkonserven angewiesen. Nicht ohne Grund heißt es: Blutspenden rettet Leben. Haben Sie schon einmal Blut gespendet? Wir erklären, wer als Spender in Frage kommt und welche Arten der Blutspende es gibt.

Wer darf Blut spenden?

Volljährig und gesund – das sind die beiden wichtigsten Voraussetzungen, um Blutspender zu werden. Wichtig ist aber auch: Er oder sie muss mindestens 50 Kilogramm wiegen und nach Impfungen gelten Wartezeiten. Darüber hinaus gibt es weitere Voraussetzungen, über die sich Erstspender vorab bei ihrem Hausarzt informieren sollten.

Bei jedem Neuspender wird mit einer Vollblutspende begonnen, und die Blutgruppe wird ermittelt. Daraufhin bekommt man seinen Unfallhilfe- und Blutspender-Pass. Dieser Ausweis kann bei Unfällen zu entscheidenden Zeitvorteilen führen. Weiterer Pluspunkt: Als Blutspender erhält man quasi bei jedem Termin kostenlos einen Gesundheitscheck.

Welche Blutspende-Arten gibt es?

Vollblutspende:

Bei der Vollblutspende wird aus einer leicht erreichbaren Vene (meist in der Ellenbeuge) rund ein halber Liter Blut entnommen. Dieses wird als Vollblut bezeichnet, da es im Gegensatz zu anderen Spendearten sämtliche Bestandteile des Blutes enthält. Das eigentliche Blutspenden dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Der Abstand zwischen zwei Spenden sollte im Regelfall zwölf Wochen betragen.

Eigenblutspende:

Eine Spezialform der Vollblutspende ist die Eigenblutspende. Dabei gibt man vor einer Operation in einem Zeitraum von zwei bis fünf Wochen bis zu viermal Blut ab, mit dem dann während oder nach dem Eingriff ein eventueller Blutverlust ausgeglichen werden kann. Da es sich um eigenes Blut handelt, ist es optimal verträglich. Die letzte Spende sollte spätestens 2 Wochen vor der OP erfolgen.

Entscheidungshilfe

Organe spenden – ja oder nein?

Plasmaspende:

Bei der Plasmaspende werden rund 600 Milliliter Blutplasma aus dem Spenderblut gewonnen. Eine Zentrifuge oder ein Filter trennt das Plasma von anderen Bestandteilen des Blutes und sammelt es. Dann werden die Blutzellen dem Spender zusammen mit einer Kochsalzlösung zum Flüssigkeitsausgleich wieder zugeführt. Damit hat die Plasmaspende, die zwischen 30 und 60 Minuten dauert, einen wesentlich geringeren Einfluss auf den Organismus des Spenders. Deshalb ist es auch möglich, bereits nach einer Woche wieder Plasma zu spenden.

Thrombozytenspende:

Bei der Thrombozytenspende werden ähnlich wie bei der Plasmaspende nur die Blutplättchen vom Spenderblut benötigt. Vollblut wird entnommen und in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Während die Thrombozyten gesondert gesammelt werden, wird der Rest zurück in den Blutkreislauf des Spenders geleitet. Eine Thrombozytenspende dauert zwischen 60 und 90 Minuten und ist alle 14 Tage möglich.

Stammzellspende:

Die Stammzellspende nimmt unter den Blutspendearten eine Sonderstellung ein, da die Stammzellen erst durch ein Medikament aus dem Knochenmark aktiviert werden müssen, damit sie ins Blut übertreten.

Mehrere tausend Kinder und Erwachsene erkranken in Deutschland jährlich an Leukämie. Viele können nur durch eine Transplantation von blutbildenden Stammzellen aus dem Venenblut oder Knochenmark überleben. Wenn sich innerhalb der Familie kein geeigneter Spender findet, benötigen die meisten Blutkrebs-Patienten einen Fremdspender mit identischen Gewebemerkmalen.

Es gibt zwei Verfahren, um an die blutbildenden Stammzellen zu gelangen: Die Entnahme aus dem peripheren Blut, jenen Blutzellen, die nicht in den blutbildenden Organen sind, ist die vorwiegend angewandte Methode. Hierbei gewinnt man die zur Transplantation benötigten Stammzellen aus dem Venenblut des Spenders. In seltenen Fällen wird Knochenmark zur Stammzellgewinnung unter Vollnarkose durch Punktion des Beckenkamms entnommen.

Weiterführende Informationen zum Blutspenden finden Sie im Internet, zum Beispiel auf der Seite des Deutschen Roten Kreuzes: www.blutspende.de.


Letzte Änderung: 31.05.2019