Chemische Verhütungsmittel (Spermizide)

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Eine Frau beisst einen Mann spielerisch in die Schulter.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Die Vielfalt der chemischen Verhütungsmittel ist groß: Es gibt Zäpfchen, Tabletten, Gels, Sprays oder Cremes. Alle Präparate können von der Frau selbst kurz vor dem Geschlechtsverkehr direkt in die Scheide eingeführt werden. Hier entfalten sie durch Körperwärme ihre spermienfeindliche Wirkung.

Das Prinzip

Mittel, die auf Basis von Milch- oder Zitronensäure wirken, hemmen nur die Beweglichkeit der Samen. Andere Präparate arbeiten mit dem Wirkstoff Nonoxinol. Dieser löst die Zellhülle der Spermien auf und lässt sie so absterben. Aufschäumende Zäpfchen und Sprays wirken wieder anders: Der Schaum bildet im Muttermund eine Barriere, die die Samen auf dem Weg zur Gebärmutter aufhält. Die chemischen Mittel gelten als relativ unsicher und sind daher als alleinige Verhütungsmethode nicht zu empfehlen. Sie bieten jedoch eine sehr gute Ergänzung zum Kondom oder dem Diaphragma. Allerdings muss man bei paralleler Verwendung von Kondomen beachten, dass die chemischen Verhütungsmittel auf Wasserbasis hergestellt werden, und das hauchdünne Latex auflösen und somit brüchig machen können.

Die chemischen Verhütungsmittel haben den Vorteil, dass sie nicht in den Hormonhaushalt der Frau eingreifen. Einige Paare empfinden es als Nachteil, dass die Mittel eine „Vorwirkzeit“ brauchen. Auch der strenge Geruch und der Geschmack sind gewöhnungsbedürftig.

Junges Paar, die Frau schaut traurig.

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Nebenwirkungen

Spermizide können bei einigen Frauen nach dem Einführen ein Brennen oder Jucken in der Vagina sowie Schmerzen beim Sex auslösen. Grund sind Schleimhautreizungen oder Schleimhautentzündungen, die wiederum das Risiko einer Infektionskrankheit erhöhen. Auch Männer können von den Nebenwirkungen betroffen sein.

Pearl-Index: 3 - 21 (Quelle für Pearl-Index: profamilia.de)

Letzte Änderung: 09.06.2016