Rotavirus – mit der Impfung gut geschützt

InterviewLesezeit: 3:00 min.
Ein Vater mit seiner kleinen Tochter beim Kinderarzt.

Bildnachweis: © wdv / Alex Schwander

Die häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren ist das Rotavirus. Es wird über den Stuhl ausgeschieden. Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel über eine Schmierinfektion, meist nach dem Windelwechseln über einen Hand-Mund-Kontakt. Erfahren Sie im vigo-Online-Interview mit Dr. Renate Quarg von AOK-Clarimedis mehr über die Symptome, Therapien und Vorsorgemöglichkeiten.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Renate Quarg

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Worauf ist bei einer Infektion mit dem Rotavirus zu achten?

Redaktion

Wie bei allen Durchfallerkrankungen ist auch hier der Flüssigkeitsverlust im Körper das eigentliche Problem. Trinkt das Kind trotz Durchfall oder Erbrechen ausreichend und ist es in gutem Allgemeinzustand, besteht meist keine akute Gefahr.

Dr. Renate Quarg

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Wer ist besonders gefährdet?

Redaktion

Infizierte Säuglinge oder Kleinkinder, die Durchfall haben, denen übel ist und die erbrechen, verweigern oft die Flüssigkeitsaufnahme. Sie können noch nicht verstehen, dass das Trinken in ihrem Zustand sehr wichtig ist. In diesem Fall muss der Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich intravenös stattfinden. Unterbleibt diese medizinische Versorgung, dehydriert das Kind zunehmend. Das kann lebensbedrohliche Folgen haben und sogar zum Tode führen. Im Gegensatz zu den Ländern der sogenannten Dritten Welt, stellt die medizinische Versorgung in Deutschland jedoch kein Problem dar.

Dr. Renate Quarg

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Welche Behandlungsmethoden gibt es gegen den Rotavirus?

Redaktion

Es gibt keine speziellen Medikamente gegen das Rotavirus. Wir behandeln lediglich seine Symptome wie Erbrechen und Durchfall. Wir helfen mit oralen Elektrolytlösungen oder bei kompletter Trinkverweigerung mit der intravenös verabreichten Flüssigkeit, die Verluste zu ersetzen – bis die Symptome sich von selbst gebessert haben.

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Bei welchen Symptomen sollten Eltern einen Arzt konsultieren?

Redaktion

Je kleiner ein Kind ist, desto schneller gerät sein Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt durcheinander. Daher sollten die Kinder dem Kinderarzt vorgestellt werden. Verweigert das Kind bei andauerndem Durchfall oder Erbrechen das Trinken ganz und wirkt es zunehmend schlapp, muss das Kind sofort in ärztliche Behandlung.

Dr. Renate Quarg

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Wie können Eltern Ihre Kinder vor dem Virus schützen?

Redaktion

Die einzige effektive Möglichkeit vor Rotavirusinfektionen zu schützen, ist die RV-Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher seit August 2013 alle Säuglinge gegen Rotaviren impfen zu lassen.

Dr. Renate Quarg

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Junge Patientin bekommt eine Impfung in den Oberarm.

Impfen – ja oder nein?

Die Entscheidungshilfe der AOK.

Letzte Änderung: 02.02.2014

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