Dem plötzlichen Kindstod vorbeugen

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Ein Säugling liegt gähnend auf einer Decke

Bildnachweis: © stock.adobe.com / Ekaterina Pokrovsky

Fast immer passiert es in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden: Scheinbar gesunde Kinder hören auf zu atmen und sterben unbemerkt. Die Frage nach der Ursache des plötzlichen Kindstods bleibt oft unbeantwortet. Untersuchungen zeigen, dass vor allem äußere Umstände einen Einfluss auf das Unglück haben. Diesen Risikofaktoren können Eltern vorbeugen.

Dank der intensiven Forschungsarbeit der vergangenen Jahre sind die Fälle plötzlicher Kindstode in Deutschland massiv zurückgegangen. Das beruht vor allem auf der Erkenntnis, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, mit denen Eltern die Gefahr für den plötzlichen Kindstod aktiv reduzieren können. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengetragen:

Rückenlage

Legen Sie das Baby vom ersten Tag an zum Schlafen auf den Rücken. Die Bauchlage gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Auch die Seitenlage gilt als gefährlich, weil sich die Babys so leichter auf den Bauch drehen können.

Schlafsack

Sehr viele Kinder, die gestorben sind, waren zugedeckt. Benutzen Sie also keine Decke, sondern ausschließlich einen Baby-Schlafsack, der nicht über das Gesicht rutschen kann. Achten Sie dabei auf die Passform. Auch Schmusedecken, Kopfkissen und Kuscheltiere im Kinderbett erhöhen die Erstickungsgefahr.

Schlafumgebung

Das Kind sollte während des ersten Jahres in einem eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer schlafen. Die nächtliche Nähe zu den Eltern reduziert das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Achten Sie auch auf eine rauchfreie Umgebung – nicht nur im Schlafzimmer, sondern in der gesamten Wohnung. Das Nikotinverbot sollte auch für Familie oder Freunde gelten, die zu Besuch kommen.

Temperatur

Am besten schlafen Kinder bei einer Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad. Eine Mütze ist unnötig. Sie stört den Wärmehaushalt, der über den Kopf reguliert wird. Achten Sie allerdings darauf, dass der Schafsack zur Größe des Kindes und zur Jahreszeit passt.

Wohlbefinden

Seien Sie wachsam, wenn Ihr Säugling Anzeichen für eine Erkältung, Durchfall, Erbrechen oder Lustlosigkeit zeigt. Kommen Alarmsignale wie Atempausen, Blässe, blaue Lippen, Schlaffheit oder extremes Schwitzen dazu, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.

Familie von oben fotografiert, liegt auf einem Holzfußboden.

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Letzte Änderung: 06.04.2017

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