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Plötzlicher Kindstod: Vorbeugung und Risikofaktoren

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Ein Säugling liegt gähnend auf einer Decke

Bildnachweis: © stock.adobe.com / Ekaterina Pokrovsky

Der plötzliche Kindstod ist der Albtraum vieler frischgebackener Eltern. Auch wenn die Fälle in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, bleiben die Ursachen des „Sudden Infant Death Syndrome“ (SIDS) nicht eindeutig geklärt. Untersuchungen zeigen, dass vor allem äußere Umstände einen Einfluss auf das Unglück haben. Die gute Nachricht: Eltern können viele Risikofaktoren aktiv beeinflussen.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Christiane Molitor-Mintert

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Mediziner sprechen vom „Sudden Infant Death Syndrome“ (SIDS), dem plötzlichen Kindstod, wenn ein zuvor scheinbar gesundes Kind innerhalb des ersten Lebensjahres unvorhersehbar verstirbt. Dank intensiver Forschung und zunehmender Vorsorgemaßnahmen gingen die Todesfälle in den vergangenen Jahren zurück.

1991 waren in Deutschland noch 1.285 Kinder betroffen. Seitdem sinken die Zahlen – im Jahr 2019 auf 107 Säuglinge (Quelle: Statistisches Bundesamt).

In mehr als 95 Prozent der Fälle sterben die Kinder in den ersten neun Lebensmonaten – mit einer Häufung zwischen dem zweiten und vierten Monat (circa 75 Prozent). Danach nimmt das Risiko stetig ab. Nach Ende des ersten Lebensjahres tritt der plötzliche Kindstod so gut wie gar nicht mehr ein.

Plötzlicher Kindstod – mögliche Ursachen

Trotz intensiver Forschungsarbeit: Die Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind immer noch nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler nehmen an, dass die betroffenen Kinder unter einem unreifen Atemantrieb leiden.

Normalerweise löst Sauerstoffmangel einen Reiz aus, aufzuwachen und nach Luft zu schnappen. Beim plötzlichen Kindstod bleibt dieser Mechanismus jedoch aus. Die Babys wachen nicht auf. Stattdessen verfallen sie in eine sporadische Schnappatmung, die schließlich zum Atemstillstand führt.

Die R-R-R-Regel

Studien lassen jedoch vermuten, dass die Kombination mehrerer Faktoren das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht. Dabei spielt das Einhalten der R-R-R-Regel eine entscheidende Rolle: Rückenlage, rauchfrei, richtig gebettet.

Familie liegt auf dem Teppich

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Rückenlage

Legen Sie das Baby vom ersten Tag an zum Schlafen auf den Rücken. Die Bauchlage gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Auch die Seitenlage gilt als gefährlich, weil sich die Babys so leichter auf den Bauch drehen können.

Rauchfrei

Eine verrauchte Umgebung kann das Risiko für den plötzlichen Kindstod deutlich erhöhen. Das gilt nicht nur für das Schlafzimmer, sondern für die gesamte Wohnung. Das Nikotinverbot sollte auch für Familie oder Freunde gelten, die zu Besuch kommen.

Richtig gebettet

Sehr viele Kinder, die gestorben sind, waren zugedeckt. Benutzen Sie also keine Decke, sondern ausschließlich einen Baby-Schlafsack, der nicht über das Gesicht rutschen kann. Achten Sie dabei auf die Passform. Schmusedecken, Kopfkissen und große Kuscheltiere im Kinderbett erhöhen ebenfalls die Erstickungsgefahr. Kleine Kuscheltiere sind erlaubt.

Auch die richtige Schlafumgebung hilft, die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod zu minimieren. Das sollten Sie beachten:

  • Nähe zu den Eltern: Das Kind sollte während des ersten Jahres in einem eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer schlafen – aber nicht im Bett der Eltern. Die nächtliche Nähe zu den Eltern reduziert das Risiko für den plötzlichen Kindstod.
  • Temperatur: Am besten schlafen Kinder bei einer Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad. Eine Mütze ist unnötig. Sie stört den Wärmehaushalt, der über den Kopf reguliert wird. Achten Sie allerdings darauf, dass der Schafsack zur Größe des Kindes und zur Jahreszeit passt.

Allgemeines Wohlbefinden

Achten Sie außerdem auf den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Babys. Seien Sie wachsam, wenn Ihr Säugling Anzeichen für eine Erkältung, Durchfall, Erbrechen oder Lustlosigkeit zeigt. Kommen Alarmsignale wie Atempausen, Blässe, blaue Lippen, Schlaffheit oder extremes Schwitzen dazu, wenden Sie sich auf alle Fälle an einen Arzt.


Letzte Änderung: 22.02.2022