Das bedeuten die Kindersitz-Gruppen

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Foto: Kleinkind sitzt in einem Autokindersitz

TÜV-Rheinland-Experte Ralf Diekmann führt für uns im Interview auf, was sich hinter den einzelnen Bezeichnungen verbirgt und wie man den Kindersitz am sichersten einsetzt.

Es gibt bei Autokindersitzen eine Aufteilung nach Normgruppen. Welche sind das?

Gruppe 0

Gruppe 0 bedeutet, dass der Sitz für Kinder mit einem Gewicht von 0 bis 10 Kilogramm und bis zu einer Größe von zirka 75 Zentimetern geeignet ist. Er ist für das erste Lebensjahr eines Kindes gedacht.

Gruppe I

Gruppe-I-Sitze halten 9 bis 18 Kilogramm aus, das sind in der Regel Kinder von 1 bis 4,5 Jahren und 75 bis 100 Zentimetern Größe.

Gruppe II

Gruppe-II-Sitze sind auf 15 bis 25 Kilogramm ausgerichtet, das entspricht 3,5 bis 7 Jahren und bis zu 125 Zentimetern Größe.

Gruppe III

Gruppe-III-Sitze sind für Kinder mit einem Gewicht von 25 bis 36 Kilogramm. Das trifft meist auf 7- bis 12-Jährige zu, die bis 150 Zentimeter groß sind.

Gruppe 0+

Es gibt außerdem so genannte „mitwachsende Kindersitze“. Ein Sitz 0+ geht zum Beispiel von 0 bis 13 Kilogramm, ist also einsetzbar von der Geburt bis zirka zwei Jahre und für eine Körpergröße von bis zu 90 Zentimetern.

Familie mit zwei Kindern fährt auf einem Waldweg Fahrrad.

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Wann muss bzw. sollte man den Kindersitz wechseln?

Den Sitz sollte man immer wechseln, wenn das Gewicht oder die Körpergröße des Kindes die nächsthöhere Klasse erfordern. Gerade bei schlanken Kindern ist dabei die Körpergröße das entscheidende Kriterium. Ragt der Kopf über die obere Kante des Kindersitzes hinaus, ist ein Wechsel angebracht, auch wenn das Gewicht noch passend ist.

Wo bringe ich die verschiedenen Kindersitze am sichersten an?

Grundsätzlich sollten Kindersitze in der zweiten Sitzreihe befestigt werden, idealerweise mit einem Isofix-System. Dieses Befestigungssystem ist in neuen Fahrzeugen mittlerweile zum Standard geworden und erlaubt eine äußerst stabile direkte Befestigung des Sitzes am Fahrzeug. Der Sitz sowie das Kind werden also nicht ausschließlich über die vorhandenen Sitzgurte fixiert. Gerade bei einem Seitenaufprall haben diese Kindersitze ein großes Sicherheitsplus.

Babysitze müssen immer entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden. Sollte dies auf dem vorderen Beifahrersitz erfolgen, muss der Beifahrerairbag ausgeschaltet werden. Neue Fahrzeuge verfügen über entsprechende Schalter, bei älteren Fahrzeugen muss eine Fachwerkstatt diese Aufgabe übernehmen.

Ganz wichtig: Nutzen Sie die Möglichkeit der Kindersicherung in den hinteren Türen, die man bei den meisten Fahrzeugen manuell an den Türen aktivieren kann. Bei neuen Fahrzeugen können Sie auch per Tastendruck die Türsicherung einschalten.

Wie fixiere ich den Sitz richtig?

Sowohl bei der Befestigung über die normalen Dreipunktgurte als auch bei Isofix-Sitzen sollte man sich unbedingt an die Vorgaben des jeweiligen Sitzherstellers halten. Dort sind die Gurtführung und Befestigung klar vorgegeben und sollten, auch wenn es mal schnell gehen muss, immer beachtet werden. Insbesondere der richtige Gurtverlauf ist für die Sicherheit des Kindes und die Minimierung von möglichen Unfallverletzungen enorm wichtig.

Letzte Änderung: 31.07.2012