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Können Smartwatches Vorhofflimmern erkennen?

Frage der WocheLesezeit: 1:00 min.
Mann misst seinen Puls mit einer Pulsuhr

Bildnachweis: © istockphoto.com / DragonImages

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Können Smartwatches Vorhofflimmern erkennen?

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Pascal Cordova

Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Doch in vielen Fällen bleibt sie unbemerkt. Dabei haben Betroffene ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall, wenn das Vorhofflimmern nicht behandelt wird.

Eine Studie des DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung) zeigt, dass elektronische Armbanduhren (Smartwatches) dabei helfen können, beschwerdefreies Vorhofflimmern zu erkennen.

In der Studie zeichneten Smartwatches regelmäßig die Herzfrequenz der Probanden auf. Das Ergebnis: Die Smartwatch konnte Vorhofflimmern ebenso gut anzeigen wie ein üblicherweise verwendetes mobiles EKG-Gerät.

Wer profitiert von der Überwachung per Smartwatch?

Die Ergebnisse sind besonders interessant für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben. Bei Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung erhalten Patienten in der Regel ein Langzeit-EKG, das die Herzfrequenz über mehrere Tage aufzeichnet. Doch nicht immer tritt in diesem Zeitraum ein Vorhofflimmern auf. Die „Überwachung“ per Smartwatch hingegen könnte unkompliziert über längere Zeit erfolgen.

Wie aussagekräftig sind die Daten?

Ganz ausgereift ist die Technik noch nicht. In der Studie konnten rund 20 Prozent der Daten aufgrund schlechter Signalqualität nicht verwendet werden. Vor allem Bewegung stört dabei wohl die Erfassung des Herzrhythmus. Derzeit laufen deshalb weitere Studien, um zu testen, wie zuverlässig die Smartwatches sind und ob sie tatsächlich für ein Screening bei Risikopatienten eingesetzt werden können.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Fazit

Im Alltag sind Smartwatches mit EKG-Funktion oder Pulswellenkontrolle für Herzpatienten nach ärztlicher Rücksprache eine nützliche Ergänzung. Bei korrekter Anwendung bieten sie eine hohe Verlässlichkeit und liefern dem Arzt wertvolle Daten. Die Uhren können einen Arztbesuch aber nicht ersetzen!

Wenn Sie Ihre Werte per Smartwatch aufzeichnen, beziehen Sie unbedingt Ihren Arzt mit ein und zeigen Sie ihm die Auswertung. Er kann die Daten besser beurteilen und gegebenenfalls weitere Tests anordnen.

Gesunde Menschen ohne erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen könnten durch die ständige Kontrolle ihrer Vitalwerte aber auch verunsichert werden, gibt die Deutsche Herzstiftung zu bedenken.

Wichtig: Durchblutungsstörungen wie der Herzinfarkt können von den intelligenten Uhren nicht erkannt werden. Bei entsprechenden Symptomen (z. B. Schmerzen im Brustkorb bei Männern, im Oberbauch bei Frauen, Atemnot, Schweißausbrüche und Todesangst) rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112!

Quellen und weiterführende Infos

Hier können Sie die Originalstudie (auf Englisch) sowie die dazugehörige Pressemeldung des DZHK einsehen.

Auch die Deutsche Herzstiftung hat sich mit dem Thema Smartwatches für Herzpatienten beschäftigt. Außerdem veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie ein Positionspapier zur „Wearable-basierten Detektion von Arrhythmien“.


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Das telefonische ServiceCenter AOK-Clarimedis ist für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Ein Team aus Fachärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Ernährungsberatern und Versicherungsexperten gibt kompetente Auskünfte zu den Themen Medizin und Versicherung.

Sie erreichen AOK-Clarimedis rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1 265 265.

Letzte Änderung: 29.04.2022