Muss ich meinen Bandscheibenvorfall operieren lassen?

Frage der WocheLesezeit: 2:00 min.
Frauenhände massieren den Rücken eines Mannes.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Muss ich meinen Bandscheibenvorfall operieren lassen?

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Der Experte zum Thema

Bernhard Schlüter

Exami­nierter Kranken­pfleger
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es durch Einreißen des festen Faserrings einer Bandscheibe zum Austreten des gallertigen Kerns. Das Material quillt anatomisch bedingt nach hinten aus und kann auf Nerven drücken, die sich paarweise zwischen den Wirbelkörpern befinden. Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls zeigen sich ein- oder beidseitig. Typische Anzeichen sind: Schmerzen und Taubheit im Bereich des Rückens und des Gesäßes oder der Beine bis hinunter in die Füße.

Mit Operationen von Bandscheibenvorfällen sind Ärzte zurückhaltend, da entstehendes Narbengewebe das Ergebnis langfristig ungünstig beeinflussen kann. Erst wenn der Patient die Kontrolle über Blasen- und Darmschließfunktion verliert oder Lähmungen auftreten, ist eine operative Therapie notwendig.

Junge Frau liegt mit geschlossenen Augen und angelegten Armen auf einer Gymnastikmatte.

Starker Rücken

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Diese Tipps erleichtern die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall:

  • Schmerzbedingt kommt es häufig zu einer Verspannung der Muskulatur. Diese Verspannung verursacht neue Schmerzen. Hier kann eine Behandlung mit Wärme Linderung verschaffen.
  • Eine Therapie mit Schmerzmitteln fördert die Beweglichkeit und bekämpft die Entzündung.
  • In der Akutphase ist Schonung ratsam. Bettruhe ist jedoch nicht zu empfehlen, damit die Muskulatur nicht zusätzlich geschwächt wird.
  • Gut zu wissen: Der Körper resorbiert das ausgetretene Gewebe der Bandscheibe im Laufe der Zeit. Die Beschwerden lassen in der Regel nach.

Damit es gar nicht erst zu einem (weiteren) Bandscheibenvorfall kommt, sollten Sie folgendes beachten:

  • Bewegen Sie sich und stärken Sie Ihre Muskulatur! Damit unterstützen Sie die tragende Funktion der Wirbelsäule. Sinnvoll ist ein gezielter Aufbau der Rücken- und Bauchmuskulatur.
  • Achten sie auf rückenschonende Arbeitsweisen. Ein körpernahes Tragen und das Heben aus den Beinen vermindern die Hebelkräfte und reduzieren die Belastung der Bandscheiben. Vermeiden sie ruckartige Bewegungen sowie gleichzeitiges Rotieren und Vorbeugen.

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Letzte Änderung: 13.04.2014

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