Junge mit Sommersprossen lacht

Was tun bei Lispeln und Co.?

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo bei der Entwicklung seiner Sprache – das ist völlig normal. Es gibt jedoch Störungen in der Sprech- und Sprachentwicklung, die auf Fehlentwicklungen zurück gehen. Diese bedürfen einer logopädischen Behandlung. vigo Online hat Barbara Treunert, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin bei AOK-Clarimedis, zu den Ursachen von Sprech- oder Sprachstörungen bei Kindern und zu möglichen Gegenmaßnahmen befragt.

vigo Online: Wann spricht man bei einem Kind von einer Sprech- oder Sprachstörung?
Barbara Treunert: Viele Kinder, die mit zwei Jahren noch eine Verzögerung in ihrer Sprachentwicklung aufweisen, haben ihre Altersgenossen bis zum dritten Lebensjahr wieder eingeholt. Verfestigen sich die Symptome jedoch weiter, kann dies ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Störung sein. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Sprachentwicklung erst mit etwa sechs Jahren abgeschlossen ist.

Was sind die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern?
Die Fehler können Aussprache, Wortschatz, Satzbau, Sprachverständnis oder Redefluss betreffen. Bei ansonsten normal entwickelten Kindern ist die Lautbildungsstörung der Zischlaute, auch Lispeln genannt, vorherrschend. Auch Störungen des Redeflusses wie das Stottern und Stammeln, bei dem einzelne Laute wegelassen, durch andere ersetzt oder fehlgebildet werden, kommen häufig vor.

Welche Ursachen haben diese Fehlentwicklungen?
Die Gründe sind unterschiedlich. So kann das Lispeln mit falschen Bewegungsmustern der Zunge oder einer Zahnfehlstellung zusammenhängen. Beim Stottern hingegen sind oft auffällige Hirnbefunde sowie familiäre Dispositionen zu finden.

Was können Eltern tun?
Eltern können die Sprachentwicklung der Kinder fördern, indem Sie dem Nachwuchs einen reichen Wortschatz bieten, mit ihm singen, ihm vorlesen und es viel selbst erzählen lassen. Einen sicheren Schutz vor Sprech- und Sprachstörungen gibt es aber nicht.

Wann ist es Zeit für eine Therapie?
Liegt bei einem stark stotternden Kind eine familiäre Belastung vor, kann die Sprechtherapie bereits im Alter von vier Jahren beginnen. Beim Lispeln würde ich mit dem Gang zum Logopäden warten. Zum einen hören viele Vorschulkinder mit dem Lispeln von alleine auf. Zum anderen können Fünf- oder Sechsjährige den Therapieanweisungen besser folgen. Dann reichen dem Kind mitunter schon zehn Stunden, bis sie das Lispeln einstellen.



AOK-Clarimedis

Barbara Treunert, Fachärztin Kinder- und Jugendmedizin Erreichbar kostenfrei: 0800 0 326 326

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