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Magenschleimhautentzündung

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Frau im Schlafanzug und in eine Wolldecke gewickelt trinkt aus einem Becher.

Bildnachweis: © wdv / Günther Bauer

Alkohol, Rauchen, Stress, Tabletten – das alles kann dem Magen auf Dauer ganz schön zusetzen. Die mögliche Folge: eine Entzündung der Magenschleimhaut, auch Gastritis genannt. Diese kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Petra Siemes

Ärztin für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Eigentlich soll die Magenschleimhaut den Magen vor aggressiven Substanzen schützen. Sie kleidet den Magen von innen aus und ist mit einem Film aus zähem Schleim bedeckt. Verschiedene Faktoren können diese Schutzschicht angreifen. Wenn sie sich entzündet, spricht man von einer Magenschleimhautentzündung – medizinisch auch Gastritis genannt. 

Zwei Verlaufsformen

  • Akute Gastritis: Sie beginnt plötzlich und heilt rasch wieder ab.
  • Chronische Gastritis: Sie verläuft schleichend und kann dauerhaft bestehen bleiben.

Die akute Form kann allerdings in eine chronische Form übergehen.

Wodurch entsteht eine Magenschleimhautentzündung?

bestimmter Medikamente, Lebensmittelinfektionen oder Stress hervorgerufen werden“, erklärt Dr. Petra Siemes, Expertin im AOK-ServiceCenter Clarimedis und Ärztin für Innere Medizin.

Ungünstige Lebensmittel sind zum Beispiel zu viel Kaffee und zu viele fettreiche Nahrungsmittel. Bei den Medikamenten sind es häufig bestimmte Schmerzmittel, die den Magen reizen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Was sind typische Symptome einer Gastritis?

„Hier muss zwischen der akuten und der chronischen Form unterschieden werden“, sagt die Expertin.

Anzeichen für eine akute Magenschleimhautentzündung können sein:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Appetitlosigkeit
  • Aufstoßen

Um die Entzündung in den Griff zu bekommen, kann es reichen, den Magen ein bis zwei Tage zu schonen. Eventuell sind auch bestimmte Medikamente sinnvoll, sogenannte Magensäureblocker. Sie reduzieren die Produktion oder Wirkung der Magensäure, sodass die Entzündung besser abklingen kann.

Chronische Gastritis bleibt oft unbemerkt

Von einer chronischen Magenschleimhautentzündung merken Betroffene dagegen oft lange gar nichts. Sie haben allenfalls leichte Beschwerden, wie etwa ab und zu ein Völlegefühl, Aufstoßen oder leichte Schmerzen im Oberbauch. „Bei der chronischen Gastritis werden drei Formen unterschieden“, erläutert Dr. Siemes:

  • Typ A: autoimmun bedingt
  • Typ B: bakteriell bedingt – hier liegt eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori vor
  • Typ C: chemisch bedingt – zum Beispiel ausgelöst durch Medikamente

Diagnose und Behandlung

Die sichere Diagnose einer Gastritis ist nur durch eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme möglich. Die Therapie richtet sich nach Art und Ursache der Entzündung.

Oft kommen zur Behandlung säurehemmende Medikamente (Säureblocker) zum Einsatz. Auf Dauer können diese sogenannten Protonenpumpenhemmer jedoch auch mögliche Nebenwirkungen haben. So können sie das Risiko für Darminfektionen erhöhen. Achten Sie auf Wechselwirkungen, wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen. Wenden Sie deshalb rezeptfreie Mittel nicht länger als zwei Wochen und maximal dreimal pro Jahr an. Eine längerfristige Einnahme sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Meist heilt eine Gastritis ohne bleibende Schäden aus. In seltenen Fällen kann sie aber zu Magengeschwüren führen. Wer über längere Zeit unter Magenschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden leidet, sollte also unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ernährungstipps bei Magenschleimhautentzündung

Wichtig ist es, die schädigenden Substanzen wegzulassen. Dazu zählen zum Beispiel Alkohol, Kaffee, fettreiche Nahrungsmittel und Nikotin. Schonen Sie Ihren Magen stattdessen lieber und setzen auf leichte Kost, die gut gekaut werden sollte. Außerdem ist es wichtig, viel zu trinken.

Welche Hausmittel helfen bei einer Magenschleimhautentzündung?

Bestimmte Teemischungen können dabei helfen, den Magen zu beruhigen. Dazu eignet sich am besten Anis-Fenchel-Kümmel- oder Kamillentee. Gut geeignet ist auch Tee, der mit frischem Ingwer oder frischer Pfefferminze zubereitet wird. Heilerde und Natron bieten sich ebenfalls an. Allerdings sollten diese Hausmittel Sie nicht davon abhalten, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Vorbeugen: magenfreundliche Lebensweise

Eine gesunde, vollwertige und ausgewogene Lebensweise schützt die Magenschleimhaut. Deshalb sollten Sie eine zu fettreiche, ballaststoffarme oder stark gewürzte Nahrung vermeiden. Gleiches gilt für extrem heiße oder kalte Getränke. Zudem gilt: Essen und trinken Sie langsam und in Ruhe. Finden Sie mit diesem Selbsttest heraus, wie magenfreundlich Sie leben.

Auch Stress kann die Magenschleimhaut schädigen. Wer also ständig unter Hochspannung steht, ist gefährdet, Probleme mit seinen Verdauungsorganen zu bekommen. Sorgen Sie für Ausgleich und Entspannung. Hier bieten sich verschiedene Entspannungstechniken wie beispielsweise Yoga an.

Nehmen Sie Arzneimittel nur, wenn es einen guten Grund gibt und sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Denn manche Medikamente, insbesondere bestimmte Schmerzmittel, können die Magenschleimhaut reizen.

Letzte Änderung: 12.02.2021