Gefährliche Wechselwirkungen durch Multimedikation

InterviewLesezeit: 3:00 min.
Arzneimittel in Tabletten- und Kapselform.

Bildnachweis: © wdv / Stefan Oberschelp

Viele Menschen nehmen täglich mehrere verschiedene Medikamente ein. Poly- oder Multimedikation nennen Mediziner das. Oft lösen die Medikamente untereinander jedoch Neben- oder Wechselwirkungen aus – und schaffen so neue gesundheitliche Probleme. Anke Greven vom ServiceCenter AOK-Clarimedis, Fachapothekerin für Offizin- und onkologische Pharmazie, erklärt, was Patienten beachten sollten, die mehrere Medikamente einnehmen.

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Die Expertin zum Thema

Anke Greven

Fachapothekerin für Offizin- und onkologische Pharmazie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Frau Greven, was versteht man unter Multimedikation?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Unter Polymedikation, die oft auch Multimedikation genannt wird, versteht man die gleichzeitige Verordnung von mehreren Medikamenten für eine Person. Die Begriffe sind nicht genau definiert, meist sind fünf oder mehr gleichzeitig eingesetzte Medikamente gemeint.

Anke Greven

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Welche Probleme können durch Multimedikation entstehen?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Multimedikation ist mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse verbunden und kann sogar zum Tod führen. Drei bis sieben Prozent der Krankenhauseinweisungen werden aktuell durch Neben- oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln verursacht. Bei alten Patienten sind es sogar rund 30 Prozent. Zwei Drittel dieser Fälle gelten als vermeidbar.

Anke Greven

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Stimmt es, dass die Gefahren mit der Anzahl der eingenommenen Arzneimittel steigen?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Ja. Studien zu den Auswirkungen der Polymedikation zeigen, dass die arzneimittelbezogenen Probleme mit der Zahl der unterschiedlichen Arzneimittel steigen.

Anke Greven

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Wie plane ich meine Medikation denn richtig?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Am besten zusammen mit Ihrem Arzt. Nennen Sie ihm alle Medikamente, die Sie einnehmen – auch die Arzneimittel, die Sie ohne Rezept kaufen. Ein eventuell neu zu verordnendes Arzneimittel muss durch Ihren Arzt mit den bestehenden Medikamenten abgeglichen werden. Auch Ihr Apotheker unterstützt Sie diesbezüglich. Als Laie können Sie eine Überprüfung der Verträglichkeit der Medikamente untereinander nicht leisten.

Anke Greven

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Frau mit Headset am Computer.

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Letzte Änderung: 08.01.2017