AOK-Familienbegleiter: Hilfe in schweren Zeiten

InterviewLesezeit: 4:00 min.
Ein Vater mit seiner kleinen Tochter auf dem Arm wir von einer Arzthelferin beraten.

Bildnachweis: © wdv / Alex Schwander

Ein krankes Kind stellt die ganze Familie vor eine große Herausforderung. Seit Anfang des Jahres gibt es bei der AOK Rheinland/Hamburg Familienbegleiter, die Betroffene unterstützen. Angelika Bernhardt ist eine von ihnen.

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Die Expertin zum Thema

Angelika Bernhardt

Familienbegleiterin
AOK Rheinland/Hamburg

Frau Bernhardt, in welchen Fällen können sich Eltern an Sie wenden?

Redaktion

Es gibt eine Reihe von Krankheitsbildern, bei denen wir die Eltern über unser Angebot informieren. Grundsätzlich sind wir aber flexibel. Es geht darum, Familien in schwierigen Situationen zu unterstützen. Ist zum Beispiel ein Kind von einer vermeintlich harmlosen Krankheit besonders stark betroffen, bekomme ich von der Kundenbetreuerin einen Hinweis und spreche auch diese Familie an.

Angelika Bernhardt

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Was genau tun Sie für die Eltern?

Redaktion

Meine Aufgabe ist es, die betroffenen Familien sicher durch den Medizinbetrieb zu lotsen. Ich bin die zentrale Ansprechpartnerin, die bei allen Angelegenheiten hilft, die im weiteren Sinne mit Fragen der Kranken- und der Pflegeversicherung zu tun haben. Ich informiere also über Versorgungsmöglichkeiten, Entlastungsangebote und sozialrechtliche Ansprüche. Bei Bedarf vermittle ich auch Kontakt zu Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen. Ich nehme mir Zeit, um mit der Familie ihre Bedürfnisse zu besprechen und alles genau zu erklären.

Angelika Bernhardt

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Würden Sie uns ein Beispiel nennen?

Redaktion

Bei einer Geburt ist es beispielsweise zu einer Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff gekommen, was zu einer geistigen Behinderung geführt hat. Ich biete dann der Familie einen Besuch an und bespreche alles mit den Eltern – etwa welche Hilfsmittel sie brauchen, zum Beispiel ein Sauerstoffgerät oder ein spezielles Bett. Ich kläre, ob eine Pflegestufe möglich ist und welche Betreuungsmöglichkeiten es gibt.

Angelika Bernhardt

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Kümmern Sie sich auch um die Anträge?

Redaktion

Ja, ich koordiniere die notwendigen Schritte. Ich rufe zum Beispiel meine Kollegen bei der AOK an und frage, welche Informationen sie brauchen, damit der Antrag schnell bearbeitet werden kann. Natürlich helfe ich den Eltern gegebenenfalls auch beim Ausfüllen der Anträge. Ich kümmere mich also darum, dass alles möglichst schnell und problemlos klappt. Für die Eltern ist die Situation ja ohnehin schwer genug.

Angelika Bernhardt

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Wie lange sind Sie für die betroffenen Familien da?

Redaktion

So lange sie mich brauchen. Die Betreuung ist in der Anfangsphase natürlich am intensivsten, aber die Eltern können sich auch später jederzeit an mich wenden. Ich kenne ja den Fall, sodass sie ihre Probleme nicht immer wieder neu schildern müssen.

Angelika Bernhardt

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Helfen Sie auch in praktischen Dingen, wenn die Eltern zum Beispiel unsicher sind, ob sie das Beatmungsgerät richtig bedienen?

Redaktion

Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin zwar ausgebildete Krankenschwester, aber das wäre auch rechtlich nicht möglich. In so einem Fall würde ich den Krankenpflegedienst ansprechen, dass er das Gerät erklärt und die Eltern entsprechend anleitet.

Angelika Bernhardt

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Haben Sie schon Situationen erlebt, in denen Sie einer Familie nicht weiterhelfen konnten?

Redaktion

Bislang nicht. In bestimmten Fällen unterstützen mich meine Kollegen von LICHTBLICK, zum Beispiel wenn es um Sterbebegleitung geht. Dort arbeiten Experten, die dafür speziell ausgebildet wurden.

Angelika Bernhardt

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Die Familien, die Sie betreuen, tragen alle ein schweres Schicksal. Können Sie das nach Feierabend hinter sich lassen?

Redaktion

Ich übe meinen Beruf mit viel Leidenschaft aus und denke mir immer: Ich kann den Familien etwas abnehmen. Das ist ein gutes Gefühl.

Angelika Bernhardt

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Eltern liegen mit ihrer Tochter auf einer Wiese.

LICHTBLICK

Die Begleitung für Familien mit chronisch kranken Kindern.

Letzte Änderung: 23.03.2015