Sommergrippe: Manche Viren mögen’s heiß

ArtikelLesezeit: 3:30 min.

Schniefen und Husten im Liegestuhl – leider kein Einzelfall. Denn alle Jahre wieder schlägt die Sommergrippe zu. Und erwischt viele, die sich nicht bei drei die Hände gewaschen haben.

30 Grad im Schatten und 38 Grad auf dem Fieberthermometer: Eine Sommergrippe schlaucht besonders, wenn’s draußen richtig warm ist. Doch gerade dann quält eine Tröpfcheninfektion bevorzugt die Schleimhäute von Nase, Mund und Hals.

Grippe ist nicht gleich Grippe

Dabei verdient die Sommergrippe ihren Namen eigentlich gar nicht: Die Virusinfektion hat mit dem berüchtigten Grippevirus rein gar nichts zu tun. Außer dass die Symptome sich ähneln: Mit Schniefnase, verschleimten Atemwegen und Schluckbeschwerden schlagen sich Patienten in beiden Fällen herum. Dabei ist der Sommerinfekt längst nicht so gefährlich wie die richtige Grippe, die sogar lebensbedrohlich werden kann.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Schleichender Angriff

Eine wahre Grippe macht sich mit Pauken und Trompeten bemerkbar, nämlich mit plötzlichem hohem Fieber. Die sogenannte Sommergrippe tritt dagegen dezent auf den Plan: Meist kündigt ein bisschen Halskratzen oder eine triefende Nase die Krankheit an. Die Sommergrippe-Viren lassen sich von höheren Temperaturen nicht unterkriegen; klassische Grippe-Viren mögen kein sommerliches Klima und peinigen ihre Besitzer deshalb eher im Herbst und im Winter.

Zum kratzenden Sommergrippe-Hals gesellen sich gerne Schnupfen, Heiserkeit und Husten. Auch Kopf- und Gliederschmerzen sind meist kein Einzelfall. Manche Viren verursachen zusätzlich Bauchschmerzen, in härteren Fällen Erbrechen und Durchfall.

Viren unter Palmen

Stress schwächt das Immunsystem. Und deshalb erwischt der Sommerinfekt gerade zu Urlaubsbeginn bevorzugt seine Opfer. Wie, das soll ein Widerspruch sein? Keinesfalls, denn kurz vor dem Urlaub erreicht der Stresspegel oft schwindelnde Höhen: Auf der Arbeit müssen noch jede Menge Projekte unter Dach und Fach, während die Urlaubsvorbereitungen in die heiße Phase gehen. Zwischen Kofferpacken, eiligen Einkäufen und Kinder-Betreuung holt manch einer kaum noch richtig Luft.

Der Urlaub beginnt meist mit Schlange-Stehen, etwa am Flughafen oder mit dem Auto im Stau. Bei vollem Stress-Maß läuft das Immunsystem auf Hochtouren. Wird Am Ferienort angekommen, wird der Stress dann deutlich weniger und damit nehmen auch die Abwehrkräfte ab. Das heißt dann: freie Bahn für Viren.

Letzte Änderung: 26.07.2012