Faktencheck Antibiotika – Mythos oder Wahrheit?

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Frau bezahlt in der Apotheke ihre Medikamente.

Bildnachweis: © wdv / Bernhard Rüttger

Antibiotika helfen bei Erkältungen, man darf sie nicht zusammen mit Milch einnehmen und auch Alkohol ist während der Einnahme tabu – stimmt das oder nicht? Der Faktencheck Antibiotika verrät es Ihnen.

Icon: laufende Nase

Antibiotika helfen bei Erkältungen

Falsch! Antibiotika greifen Bakterien an. Die meisten Erkältungen, wie auch die Grippe, werden jedoch durch Viren ausgelöst. Kommt es während der Erkältung zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien, kann die Einnahme eines Antibiotikums nötig werden.

Icon: Abwehrschild (Immunsystem)

Sie schwächen das Immunsystem

Das stimmt nicht. Antibiotika bekämpfen krank machende Bakterien. Das Immunsystem wird nicht zusätzlich belastet.

Icon: alkoholische Getränke

Alkohol verboten

Richtig! Alkohol kann die Wirkung von Antibiotika ungünstig beeinflussen. Außerdem kämpft der Körper gegen einen Infekt – man sollte ihn nicht noch zusätzlich mit dem Abbau von Alkohol belasten.

Icon: Kaffeetasse

Kaffee, Tee oder Cola sind tabu

Stimmt teilweise. Bestimmte Antibiotika, wie die Gyrasehemmer, hemmen den Abbau des Coffeins, welches in Kaffee, Tee und Cola enthalten ist. Es kann zu Erregungszuständen, Herzrasen und Schlafstörungen kommen.

Icon: Joghurtbecher

Antibiotika und Milchprodukte?

Stimmt teilweise. Milchprodukte passen nicht mit bestimmten Antibiotika zusammen. So kann beispielsweise Doxycyclin mit dem Kalzium aus Milchprodukten Verbindungen eingehen, die verhindern, dass das Antibiotikum vollständig aufgenommen wird.

Icon: Zitrusfrucht

Antibiotika und Grapefruitsaft?

Stimmt teilweise. Grapefruitsaft kann die Wirkung und Aufnahme (Resorption) bestimmter Antibiotika beeinflussen. Das betrifft z. B. die Gruppen der Makrolidantibiotika (z. B. Clarithromycin) und Gyrasehemmer (z. B. Ciprofloxacin).

Icon: Person mit Durchfall

Durchfall und Scheidenpilz

Nicht immer. Aber in der Tat sind Durchfall und Scheidenpilz häufige Nebenwirkungen. Der Grund: Das Antibiotikum greift alle Bakterien an – auch die, die für eine gesunde Darm- und Scheidenflora notwendig sind.

Icon: Uhr

Bestimmte Zeitabstände einhalten

Richtig. Gleiche Zeitabstände bewirken, dass der Wirkstoffspiegel im Blut konstant bleibt. Andernfalls kann das Antibiotikum nicht seine volle Wirkung entfalten und die Krankheitserreger überleben.

Icon: Medikamente in Packung

Immer zu Ende nehmen

Stimmt. Ein Antibiotikum sollte immer so lange eingenommen werden, wie es der Arzt verschrieben hat. Bei einem vorzeitigen Abbruch werden nicht alle Bakterien abgetötet. Die noch vorhandenen können Resistenzen bilden.

Frau mit Headset am Computer.

Fragen zu Antibiotika?

AOK-Clarimedis hilft Ihnen weiter.

Letzte Änderung: 10.10.2019