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Häufige Fragen zur Corona-Impfung

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Seniorin wird geimpft

Bildnachweis: © istockphoto.com / Ridofranz

Stand: 30.09.2021

Häufige Fragen zur Corona-Impfung

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Anke Greven

Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Inhalt:

Welchen Einfluss haben die neuen Virus-Varianten auf die Wirksamkeit der Impfstoffe?

Die Delta-Variante ist in Deutschland mittlerweile in über 99,9 Prozent der COVID-19-Fälle nachgewiesen. Alle Impfstoffe, die zurzeit in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen bei vollständiger Impfung wirksam vor einer Erkrankung durch die beiden hauptsächlich zirkulierenden Varianten, Delta und Alpha. Wichtig: Für einen wirksamen Schutz werden bei den RNA-Impfstoffen beide Impfungen benötigt. Daten aus Großbritannien zeigen: der Impfschutz gegen die Delta-Variante ist nach abgeschlossener Grundimmunisierung deutlich höher als nach einer einzelnen Impfstoffdosis.

Was ist, wenn ich bereits eine SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht habe?

Nach Ansicht der STIKO können bereits an COVID-19 erkrankte Personen bei Exposition gegenüber künftig auftretenden Virusvariante bereits 4 Wochen nach Genesung geimpft werden. Hierbei reicht eine Impfstoffdosis aus. Eine zweite Dosis steigert die Antikörperkonzentration nicht weiter.

Erkranken Sie nach der ersten Impfstoffdosis an COVID-19, sollte laut STIKO die zweite Dosis erst etwa sechs Monate nach der Genesung erfolgen.

Muss dann vorher getestet werden, ob ich bereits an COVID-19 erkrankt bin?

Nein. Asymptomatische Fälle, also Personen, bei denen die Erkrankung nicht bemerkt worden ist, sind nach den bisherigen Daten nicht gefährdet. Daher besteht keine Notwendigkeit zu überprüfen, ob eine Erkrankung durchgemacht wurde.

Kann ich mich durch die Impfung mit COVID-19 infizieren?

Nein, das ist ausgeschlossen. Bei den mRNA-Impfstoffen und auch den Vektorimpfstoffen wird nur ein Bestandteil des Virus vom Körper gebildet. Somit kann kein vermehrungsfähiges Virus entstehen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Was gilt für Schwangere?

Die STIKO rät allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter zur Impfung gegen COVID-19. Ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen eines COVID-19-mRNA-Impfstoffs ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Ziel der Impfung von Schwangeren ist die Verhinderung schwerer COVID-19-Verläufe und Todesfälle in dieser Gruppe. Außerdem soll damit auch Schwangerschaftskomplikationen vorgebeugt werden.

Welcher Abstand muss zwischen der Corona-Impfung und anderen Impfungen (z. B. gegen die Grippe oder Pneumokokken) bestehen?

Zunächst hat die STIKO einen 14-tägiger Abstand empfohlen. Mittlerweile liegen jedoch umfangreiche Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe vor. Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen muss daher ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Das bedeutet: Impfungen wie etwa die Grippeschutzimpfung können zeitgleich mit der Corona-Impfung gegeben werden.

Sind die vektorbasierten Impfstoffe sicher oder können sie die DNA verändern?

Vektorimpfstoffe verwenden Trägerviren – sogenannte Vektoren. Die beim AstraZeneca-Impfstoff verwendeten Trägerviren sind Adenoviren. Dabei handelt es sich um Viren, mit denen sich Menschen auch auf natürliche Weise infizieren können – etwa bei einer harmlosen Erkältung.

Grundsätzlich schleusen Adenoviren ihre Erbinformation (DNA) in den Zellkern ein, bisher wurden aber keine genetischen Veränderungen menschlicher Zellen beobachtet. Sie gelten generell als „nicht integrierend“. Das bedeutet: Das Viren-Erbgut gelangt zwar in den Zellkern, verbleibt aber außerhalb der menschlichen DNA (extrachromosomal).

Aufgrund genetischer Veränderungen können sich die Adenoviren im AstraZeneca-Impfstoff nicht im menschlichen Körper vermehren. Sie werden daher schnell vom Körper eliminiert. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft besteht daher kein Risiko, dass die Adenovirus-Vektor-DNA in das menschliche Erbgut eingebaut wird.

Wieso wird jetzt empfohlen, Vektor- und mRNA-Impfstoffe zu kombinieren?

Unter 60-Jährige, die eine erste Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs (Vaxveria) erhalten haben, bekommen als zweite Dosis einen anderen Impfstoff (von Biontech/Pfizer oder Moderna). Die Kombination dieser beiden Impfstoffe wird auch als heterologes Impfschema bezeichnet. Die STIKO empfiehlt dieses nun auch für über 60-Jährige. Der Grund: die Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoff zeigt in allen Altersgruppen eine verbesserte Schutzwirkung und eine vollständige Immunisierung in einem kürzeren Abstand.

Studien zeigen, dass die erzielte Immunantwort bei einem Wechsel deutlich stärker und vermutlich auch dauerhafter ist als die zweimalige Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff.

Hier hat die AOK Rheinland/Hamburg mehr Informationen zu den Impfstoffen, der Priorisierung, dem Ablauf oder den Kosten der Impfung zusammengetragen.

Mehr Infos zur Corona-Impfung erhalten Sie außerdem auf der Seite des Robert Koch-Instituts.

Letzte Änderung: 30.09.2021