Aktiv bleiben mit Parkinson

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Älteres Paar liegt sich bäuchlings am Beckenrand eines Schwimmbeckens gegenüber.

Bildnachweis: © wdv / Olaf Hermann

Aus Angst vor unangenehmen Reaktionen der Außenwelt ziehen sich viele Parkinson-Patienten aus dem sozialen Leben zurück und reduzieren ihre Kontakte auf den engsten Familienkreis. Doch dieses Verhalten wirkt sich nachteilig auf den Krankheitsverlauf aus.

Denn ein Rückzug bringt keinerlei langfristige Entlastung mit sich. Der Patient verliert vielmehr die Übung, Alltagssituationen selbst zu bewältigen. Mangelndes Training führt zudem in angstbelegten Situationen zu einer Verstärkung der Symptome. Wer den Kreislauf aber durchbricht und sich der Situation aktiv stellt, erfährt schnell, dass sich seine Lebensqualität deutlich verbessern lässt. Das Ziel ist also, die Lebensführung auf Parkinson einzustellen, sich aber so wenig wie möglich aus dem aktiven Leben zurückzuziehen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Freizeitaktivitäten und Sport

Schon bei gesunden Menschen führt mangelnde Bewegung zu gesundheitlichen Einschränkungen. Bei Parkinson-Patienten hat das noch gravierendere Folgen, da es ohnehin zum Krankheitsverlauf gehört, dass die Körperhaltung zunehmend nachlässt und sich Muskeln, Bänder und Sehnen verkürzen. Sportlich aktive Patienten können durch ein kontinuierliches Training der Muskel- und Gelenkfunktion das Voranschreiten ihrer Erkrankung deutlich verlangsamen. Wie so oft gilt auch hier: In der Gruppe geht es leichter. In speziellen Sportgruppen treffen sich Betroffene, um die langsam versteifenden Muskeln aktiv zu fordern und dabei trotzdem unter der Belastungsgrenze zu bleiben. Die Bewegung tut nicht nur dem Körper gut. Unter Gleichgesinnten geben sich die Teilnehmer gegenseitige Hilfestellung und erfahren Aufmunterung.

Freizeitaktivitäten und Hobbys fördern ebenfalls die Eigenständigkeit und schaffen eine Quelle potenzieller Freude. Ihre regelmäßige Pflege hat einen positiven Einfluss auf das psychische Gleichgewicht und spielt somit eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Krankheit.

Fazit: Aktive Parkinson-Patienten haben nicht nur die Chance, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Sie haben darüber hinaus einen lebenswerteren Alltag.


Letzte Änderung: 19.03.2015