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Grippeimpfung: Piks gegen die Influenza

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Arzt klopft gegen eine Impfspritze.

Bildnachweis: © wdv / Olaf Georg Hermann

Mit jedem Winter kommt auch eine neue Grippewelle ins Land. Die echte Grippe (Influenza) ist oft sehr langwierig. Für ältere, geschwächte oder vorerkrankte Menschen kann sie sogar tödlich enden. Doch Sie können vorbeugen: mit der Grippeschutzimpfung. Lesen Sie hier, wie die Impfung wirkt und wer sich impfen lassen sollte.

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Dr. Maik Irmisch

Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Ein kleiner Stich und schon ist es vorbei: Mit der Grippeimpfung ist man für die Grippe-Monate bestens gerüstet. Gut so, denn eine Grippe ist oft eine langwierige Angelegenheit. Häufig treten auch nach Abklingen der Krankheit noch einzelne Symptome auf. Und bei Personen der sogenannten Risikogruppen kann sie in vereinzelten Fällen sogar zum Tod führen.

Was passiert bei einer Grippeimpfung?

Bei einer Grippeimpfung wird ein Impfstoff gespritzt, der aus Hüllproteinen abgetöteter Influenza-Viren besteht. Diese lösen im Körper keine Grippe aus, sorgen aber dafür, dass das Abwehrsystem Antikörper bildet. Kommt man nun mit Influenza-Viren in Kontakt und steckt sich an, greifen die bereits gebildeten Antiköper die Viren sofort an und verhindern so in der Regel den Krankheitsausbruch.

Grippeviren verändern sich allerdings immer wieder (Mutation). Deshalb muss auch der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst werden. Für einen besseren Impferfolg wird ein sogenannter Vierfachimpfstoff verwendet. Darin werden die Hüllproteine von vier verschiedenen Influenza-Virenstämmen kombiniert.

Schützt die Grippeimpfung auch vor Corona und Erkältungen?

Eine Grippeimpfung schützt ausschließlich vor der echten Influenza, die jedes Jahr viele Tote fordert. Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus oder einem grippalen Infekt, also einer Erkältung, bietet sie nicht.

Trotzdem ist die Grippeschutzimpfung auch oder gerade in Coronazeiten wichtig. Zum einen trägt ein umfassender Impfschutz zu einem guten, allgemeinen Gesundheitszustand bei. Zum anderen verhindern Sie mit der Impfung, dass Sie sich mit beiden Viren gleichzeitig anstecken.

Nebenwirkungen

Die Grippeimpfung ist in der Regel gut verträglich. Häufigere Nebenwirkungen sind Schwellungen, Rötungen und leichte Schmerzen an der Einstichstelle sowie etwas Fieber. Die Beschwerden dauern meist nur 24 bis 48 Stunden an.

Wer sich impfen lassen sollte

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt besonders Menschen, die den untengenannten Gruppen angehören, eine Grippeimpfung. Ihr Immunsystem ist geschwächt und wird somit schneller angegriffen und Betroffene haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

Zu diesen Personengruppen zählen:

  • Menschen, die älter als 60 Jahre sind
  • Menschen, die einen Immundefekt haben (zum Beispiel HIV)
  • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei einer chronischen Erkrankung bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel. Die Impfung schützt auch das Neugeborene in den ersten Monaten nach der Geburt – die Antikörper werden über die Plazenta weitergegeben.
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B. Multiple Sklerose)
    • Nieren- und Lebererkrankungen
    • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes)
    • Erkrankungen der Atmungsorgane (z.B. Asthma oder COPD)
    • angeborene oder erworbenen Störung in der Funktion des körpereigenen Immunsystems (Immundefizienz) oder HIV
  • Medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, um die Viren nicht weiterzuverbreiten (z. B. Krankenhausangestellte, Mitarbeiter in Kindergärten und Schulen)
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen (siehe oben) gefährden können
  • Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln. Die Grippeimpfung schützt nicht vor der Vogelgrippe, aber vermeidet eine problematische Doppelinfektion

Darüber hinaus übernimmt die AOK Rheinland/Hamburg auch die Kosten dieser Impfung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche von 0 bis einschließlich 18 Jahre als Satzungsleistung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Im Prinzip ist bereits der Oktober der ideale Zeitpunkt für die Impfung. Die kalte Jahreszeit beginnt und damit auch die jährliche Erkältungs- und Grippephase. Es dauert ungefähr zwei Wochen, bis der Körper nach der Impfung einen wirksamen Schutz gegen die Grippe aufgebaut hat. Der Impfschutz hält dann etwa sechs bis zwölf Monate an.

Impfstoff und Spritze auf einem Impfpass.

Impfschutz für Erwachsene

Wann Sie welche Impfung auffrischen sollten.

Wie kann ich mich noch schützen?

Abgesehen von einer Impfung schützen allgemeine Hygiene-Maßnahmen vor einer Grippe. Im Rahmen der Coronapandemie gilt die sogenannte AHA-Regel:

  • Abstand: Halten Sie 1,50 Meter Abstand zu anderen Menschen. Vermeiden Sie unnötigen Körperkontakt, zum Beispiel den Handschlag zur Begrüßung.
  • Hygiene: Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände, mindestens 20 Sekunden und mit Seife. Niesen und Husten Sie in die Armbeuge, nicht in die Hände. Sorgen Sie für eine gute Raumbelüftung.
  • Alltagsmaske: Tragen Sie Ihre Alltagsmaske, vor allem wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. So schützen Sie sich und andere.

Letzte Änderung: 02.09.2020