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Harnröhrenentzündung: Diagnose, Behandlung und Vorbeugung

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Mann im Gespräch mit einem Arzt.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Korrawin

Eine Harnröhrenentzündung kann verschiedene Auslöser haben. Ist die Ursache bekannt, lässt sie sich gut behandeln. Außerdem können Sie selbst einiges tun, um vorzubeugen.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Annette Heese

Fachärztin für Chirurgie

Diagnose

Zu welchem Arzt sollten Sie bei einer Harnröhrenentzündung gehen? Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, ein Gynäkologe oder ein Urologe. Er befragt Sie nach Ihren Symptomen und möglichen Ursachen. Anhand einer Urinprobe lässt sich dann feststellen, ob und durch welche Keime die Harnröhrenentzündung ausgelöst wurde. Bestehen die Beschwerden schon länger, kann auch eine körperliche Untersuchung notwendig werden. So prüft der Arzt beispielsweise, ob sich die Urethritis bereits auf angrenzende Organe wie Harnblase, Hoden oder Prostata ausgebreitet hat.

Behandlung

Wurde die Harnröhrenentzündung durch Bakterien ausgelöst, wird meistens mit Antibiotika behandelt. Die Beschwerden bessern sich dann in der Regel sehr schnell. Auch gegen Viren oder Pilze gibt es passende Medikamente.

Wurde die Harnröhrenentzündung nicht durch Keime, sondern durch Reinigungsprodukte oder Verhütungsmittel ausgelöst, sollten Sie auf diese zukünftig verzichten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über sinnvolle Alternativen.

Partner mitbehandeln

Fragen Sie Ihren Arzt, ob auch Ihre Partnerin oder Partner mitbehandelt werden sollte. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn Sie mit Chlamydien infiziert sind – sonst stecken Sie sich gegenseitig erneut an.

Hausmittel wirken nur begrenzt

Hausmittel, die gegen eine Blasenentzündung helfen, wie etwa Cranberries oder Blasentees, helfen bei einer Harnröhrenentzündung kaum. Wichtig ist, dass Sie viel trinken – auch wenn der häufige Toilettengang unangenehm ist. Doch nur so können die krank machenden Keime aus den Harnwegen rausgespült werden.

Solange Sie noch Symptome haben, sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten – so verhindern Sie eine zusätzliche Reizung.

Wichtig: Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht oder werden stärker, wird der Urin blutig oder entwickeln Sie Fieber, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Vorbeugung

Wenn Sie ein paar Dinge im Alltag beachten, können Sie einer Harnröhrenentzündung vorbeugen:

  • Ausreichend trinken – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene mindestens 1,5 Liter pro Tag
  • Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr, vor allem bei häufig wechselnden Partnern – verwenden Sie Kondome, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien zu schützen
  • Frauen sollten nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren – so werden Keime, die eventuell in die Harnröhre eingedrungen sind, direkt ausgespült

Letzte Änderung: 12.11.2020