Ein Besuch im Hamam

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Frau in einem Hamam.

Bildnachweis: © wdv / Mathias Stalter

Schon im Osmanischen Reich war es üblich, sich im Badehaus zu erholen. Hier befreite man sich vom Staub quirliger Basare, tauschte Klatsch aus und verhandelte Geschäfte. Aber wie läuft ein Besuch im Hamam ab?

Die richtige Bekleidung

Traditionell ist der Hamam nach Geschlechtern getrennt. Zu Beginn zieht der Badbesucher seine Kleidung aus und legt ein Pestemal an. Das ist ein dünnes Handtuch aus Baumwolle, traditionell ist es kariert. Männer wickeln es um die Hüften, Frauen bedecken damit ihren Rumpf. In einem Hamam ist man grundsätzlich bedeckt, die Intimsphäre bleibt gewahrt. Oftmals tragen die Gäste zusätzlich Badehosen oder Bikinislips unter ihren Pestemals.

Zeit für Wassergüsse

Der Hauptraum des Bades ist ein auf 40 bis 50 Grad geheiztes Dampfzimmer (Hararet genannt). Durch die Wärme werden die Muskeln locker, die Poren öffnen sich und der Stoffwechsel kommt in Schwung. An den Wänden befinden sich Wasserbecken. An einem dieser Becken nimmt der Gast Platz und schöpft mit einer Kupferschale, der Tas, warmes Wasser. Damit übergießt er mehrmals seinen Körper.

Pure Entspannung

Als nächstes geht es auf den großen, beheizten Marmorstein in der Mitte des Raumes. Hier legt man sich für 10 bis 15 Minuten hin und entspannt. Das Licht ist gedämpft, die Luft ist voller Nebelschwaden und aromatischer Düfte und oft hört man leise orientalische Klänge. Das nasse Pestemal am Körper sorgt dafür, dass der Körper weder überhitzt noch auskühlt. Dadurch wird er optimal auf den nächsten Schritt vorbereitet.

Eine Wolke aus Seifenschaum

Ein Tellak ist ein Hamam-Meister. Er seift den Badegast auf dem Marmorstein nun kräftig ein. Anschließend erfolgt ein Ganzkörper-Peeling mit einem speziellen Handschuh. Das fördert die Durchblutung des Bindegewebes, regt den Stoffwechsel an und sorgt für eine reine, weiche Haut. Nachdem man ein weiteres mal eingeseift wird, erfolgt eine Ganzkörpermassage. Der Tellak knetet und dehnt den entspannten Körper und spült den Seifenschaum mit Wassergüssen ab.

Die Teezeremonie

Zum Abschluss lässt man den Badbesuch mit marokkanischem Minztee ausklingen. Dafür gibt es einen kühleren Ruheraum, den Sogukluk. Manchmal werden hier neben Tee auch frisches Obst, Süßigkeiten, arabischer Kaffee oder das türkische Joghurtgetränk Ayran angeboten. Die Speisen und Getränke sollen den Körper beleben und den Geist wieder langsam zurück in den Alltag bringen.

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Letzte Änderung: 18.01.2017