Chemie im Haushalt

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Kind streckt sich nach Putzmitteln oben in einem Schrank.

Bildnachweis: © wdv / Michael Völler

Ob Kochgeschirr mit Antihaftbeschichtung, Fußbodenbeläge aus Weich-PVC oder die obligatorischen Reinigungsmittel – in jedem Haushalt finden sich zahlreiche chemische Produkte. vigo Online zeigt Ihnen hier, wo Schadstoffe lauern und welche Alternativen es gibt.

Teflon-Pfannen

Pfannen mit Antihaftbeschichtung sind aus vielen Haushalten nicht wegzudenken. Was die wenigsten wissen: Bei falscher Handhabung können sie hochgiftiges Benzol, einen krebserregenden Dampf, in die Luft abgeben. Diese Gefahr entsteht, sobald man Teflon überhitzen lässt – was bei eingeschaltetem Herd bereits innerhalb weniger Minuten passieren kann. Alternative: Wer die Gefahr toxischer Gase ausschließen möchte, sollte zum Kochen und Braten auf unbeschichtetes Edelstahl und Gusseisen ausweichen.

Weich-PVC

Um Fußbodenbeläge, Duschvorhänge oder etwa Kunstleder elastisch und biegsam zu machen, werden dem Plastikmaterial zusätzliche Phthalat-basierte Weichmacher beigemischt. Diese Stoffe zählen zu den hormonell wirksamen Chemikalien, sie können Hoden schädigen und die Spermienqualität verringern. In Kinderspielzeug ist die Verwendung dieses Schadstoffes bereits eingeschränkt, in Alltagsgegenständen dagegen nicht. Alternative: Weiche Plastikprodukte, die auffällig riechen, enthalten oft ausgasende Stoffe, wie zum Beispiel das Phtalat. Besser Sie kaufen nur Kunststoffe, die ohne Weichmacher auskommen, wie Polyethylen oder Polypropylen.

Chemische Duftoasen

In der Küche riecht es nach Plätzchen, im Bad nach Frühlingsfrische und im Schlafzimmer nach Vanille – Duftkerzen und -lampen erfreuen sich in vielen Haushalten großer Beliebtheit. Der Nachteil: Duftmoleküle können die Raumluft mit chemischen Stoffen erheblich belasten. Die Verbrennungsprodukte können darüber hinaus Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Unwohlsein herbeiführen. Alternative: Wenn die Luft in der Wohnung muffig wird, öffnen sie lieber regelmäßig das Fenster und lassen Sie frische, saubere Außenluft hinein.

Spezialreiniger

Abflussreiniger, Urinsteinentferner, Sanitärmittel – die Liste der Badreiniger ist lang. Über Dämpfe, Duftstoffe und Sprühnebel gelangen seine chemischen Schadstoffe auch in unsere Atemwege, Augen und auf die Haut. Wer die belastete Luft einatmet, hat schnell mit Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit bis hin zu Atembeschwerden zu kämpfen. Alternative: Statt beispielsweise Abflussreiniger zu benutzen, können Sie die Verstopfung auch mit einer Saugglocke oder Spirale beseitigen. Außerdem macht ein Bio-Allzweckreiniger viele der Spezialreiniger überflüssig.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Giftiges Holzspielzeug

Es gilt als robust, sicher und naturnah. Untersuchungen zeigen jedoch, dass auch im Holzspielzeug gefährliche Substanzen lauern können. Gifte wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Formaldehyd, Nickel oder Nitrosamine stecken etwa in Lacken, Schnüren oder im Sperrholz. Sie können Krebs erzeugen und das Erbgut oder die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Alternative: Eltern sollten Spielzeug mit Prüfsiegel bevorzugen. Unabhängige Institute vergeben das GS-Zeichen, das einzige gesetzlich geregelte Prüfzeichen für Sicherheit in Europa. Es stellt höhere Anforderungen – auch an die Schadstoff-Grenzwerte – und bietet so mehr Schutz als das gängige CE-Zeichen.

Plastikverpackungen

Plastik ist leicht, elastisch und billig. Um es stabiler zu machen, wird dem Material Bisphenol A (BPA) hinzugefügt. Es steckt in Lebensmittel-Verpackungen wie beispielsweise Milchtüten, Plastikflaschen oder Konservendosen. BPA gehört zu den hormonellen Schadstoffen. Es kann Brust- und Prostatakrebs auslösen sowie die männliche Fortpflanzungsfähigkeit einschränken. Urinuntersuchungen belegen, dass in den Industrienationen bereits mehr als 90 Prozent der Menschen chronisch mit BPA belastet sind. Alternative: Vermeiden Sie bei Ihrem Einkauf möglichst Verpackungsmaterial, und nutzen Sie zur Lebensmittelaufbewahrung lieber Behälter aus Glas, Edelstahl oder Keramik.

Baustoffe & Co.

Asbest ist in Deutschland seit 1993 verboten, weil es Lungenkrebs auslösen kann. Dennoch lauert der Schadstoff noch häufig in alten Wohnungen und Häusern. Das hängt damit zusammen, dass es in der Baubranche Jahrzehnte lang intensiv eingesetzt wurde. Alternative: Achten Sie bei Umbauarbeiten unbedingt auf ökologische Qualitätszeichen wie „Nature Plus“, „ÖkoControl“ oder „Blauer Engel“.


Letzte Änderung: 11.05.2014