Eltern-Kind-Konflikte

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Schuleschwänzen, Launen, Partys – die Pubertät bietet viel Konfliktpotenzial. Wir haben einige Faustregeln für Eltern zusammengestellt.

Situation 1: Sie halten die Freunde, die Ihr Kind neuerdings hat, nicht für den richtigen Umgang.

Versuchen Sie zunächst, die Freunde kennenzulernen. Laden Sie sie zum Beispiel zum gemeinsamen Abendessen ein. Sollten sich Ihre Bedenken gegenüber den Freunden bestätigen, sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber. Begründen Sie Ihren Standpunkt gut und geben Sie auch zu, dass Sie den Kontakt nicht unterbinden können.

Situation 2: Sie erwischen Ihr Kind beim Rauchen oder beim Alkoholkonsum.

Bringen Sie deutlich zum Ausdruck, dass Sie dies nicht tolerieren und begründen Sie, warum. Dabei sollten Sie darauf achten, keine Vorwurf-Tirade hageln zu lassen und vor allem sollten Sie vermeiden, Ihr Kind zu erniedrigen. Bieten Sie ein Gespräch an, weisen Sie die Gesundheitsgefährdungen auf. Reden Sie mit Ihrem Kind auf Augenhöhe.

Situation 3: Ihr Kind produziert eine horrende Telefon- bzw. Handyrechnung.

Stellen Sie klar, dass Ihr Kind diese Rechnung selbst bezahlen muss, das heißt, Sie ziehen monatlich einen gewissen Betrag vom Taschengeld ab. Danach sollten Sie mit Ihrem Kind überlegen, wie Sie Telefonate einschränken können. Eine Prepaid-Karte für das Handy wäre zum Beispiel eine Lösung. Ist der Betrag aufgebraucht, muss sich Ihr Kind selbst das Handy aufladen lassen oder es kann nicht telefonieren.

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Situation 4: Sie finden heraus, dass Ihr Kind die Schule schwänzt.

Suchen Sie ein klärendes Gespräch – ohne Vorwürfe. Es kann sein, dass nicht Faulheit oder „Null-Bock“ Gründe für das Schulschwänzen sind, sondern Ängste. Diese sollten Sie ernst nehmen. Allerdings wird Ihr Sprössling vielleicht nicht gleich offen darüber sprechen, deshalb sollten Sie nachhaken.

Situation 5: Ihr Kind möchte zu einer Party und sagt, dass es erst – wie seine Freunde – um zwei Uhr morgens heimkommen wird.

Hier können Sie sich ganz klar auf gesetzliche Regelungen berufen – das müssen Sie sogar. Das Jugendschutzgesetz schreibt vor, dass Jugendliche unter 16 Jahren ohne einen Erziehungsberechtigten keine öffentlichen Veranstaltungen besuchen dürfen. Ab 16 Jahren dürfen Teenager bis 24 Uhr weg bleiben. Bei privaten Partys liegt die Ausgehzeit prinzipiell im Ermessen der Eltern, aber auch hier sollten Sie sich an die Empfehlung des Jugendschutzes halten.

Tipp: Gut vorbereitet in die Pubertät der Kinder können Eltern mit Hilfe eines Elternseminars starten. Der Kinderschutzbund bietet sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Hamburg Seminare für Eltern an, in denen Konflikte in der Pubertät besprochen und durchgespielt werden. Ein Kurs kostet zirka 45 Euro und beinhaltet mehrere Unterrichtsstunden.

Letzte Änderung: 15.01.2014