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Wie wird ein Fersensporn behandelt?

Frage der WocheLesezeit: 2:00 min.
Frau fasst sich an die Ferse.

Bildnachweis: © istockphoto.com / AndreyPopov

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Wie wird ein Fersensporn behandelt?

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Birgit Plifke

Fachärztin für Orthopädie und Chirurgie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Ein heftiger Fersenschmerz beim Belasten des Fußes wird oft als Fersensporn bezeichnet. Typischerweise spüren Betroffene ihn morgens beim ersten Schritt aus dem Bett, manchmal  auch nach längerer Belastung. Beim Röntgen zeigt sich tatsächlich bei manchen Patienten eine knöcherne Spornbildung an der Ferse. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich und findet sich auch bei Gesunden.

Wie entsteht ein Fersensporn?

An der Ferse setzt eine feste Sehnenplatte an, die Plantarfaszie. Sie stabilisiert das Fußgewölbe von unten. Sobald der Fuß belastet wird, spannt sie sich an und zieht dabei am Fersenknochen. Wenn das Gewebe rund um den Fersenknochen überlastet ist, kann das die Fersenschmerzen auslösen. Ursache ist also nicht der Fersensporn an sich. Deshalb sprechen Mediziner auch von einer Plantarfasziitis.

Die Beschwerden treten typischerweise bei Menschen im mittleren Lebensalter auf. Risikofaktoren sind unter anderem deutliches Übergewicht oder Fußfehlstellungen.

Mann schaut auf einen Computerbildschirm.

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Langfristige Behandlung notwendig

Da es sich um eine Überlastung handelt, kann die Therapie sehr langwierig sein. Mit Schonung, Entlastung und Dehnungsübungen beruhigt sich das Ganze meist nach einiger Zeit wieder. Allerdings kann sich das einige Monate hinziehen.

Außerdem kann eine Stoßwellentherapie hilfreich sein. Dabei werden in mehreren Sitzungen Stoßwellen auf die betroffene Stelle gelenkt. Die Schmerzen werden dadurch geringer oder verschwinden sogar ganz. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Stoßwellentherapie, wenn die Beschwerden bereits länger als ein halbes Jahr dauern und die anderen Maßnahmen keinen Erfolg bringen.

Wichtig ist, dass etwaige Fehlstellungen vor der Behandlung ausgeschlossen werden. Sonst kann das Gewebe durch die ungleichmäßige Belastung erneut gereizt werden und die Schmerzen treten wieder auf.

Eine Operation ist in der Regel nicht sinnvoll. Oft verschwinden die Beschwerden dadurch nicht vollständig. Zudem können Komplikationen wie Nervenschäden oder Infektionen auftreten. Die Operationsnarbe führt bei manchen Patienten außerdem zu ähnlichen Schmerzen wie der Fersensporn selbst. Langfristig kann durch die Operation ein Senkfuß entstehen.


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Letzte Änderung: 28.08.2020