Was ist eine Polyneuropathie?

Frage der WocheLesezeit: 1:00 min.
Junge Frau sitzt auf dem Bett und umfasst Knie und Wade, Ausschnitt Beine.

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Der Experte zum Thema

Bernhard Schlüter

Exami­nierter Kranken­pfleger
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Bei einer Polyneuropathie – abgekürzt PNP – kommt es zu einer Schädigung der peripheren Nerven. Das sind die Nerven, die Arme, Beine und Organe versorgen. Die Folge: Die Funktion der betroffenen Körperteile verschlechtert sich. Empfindungen werden nicht mehr so gut erkannt oder es treten Störungen wie etwa eine Parästhesie, also eine Empfindung ohne äußeren Reiz, oder Taubheitsgefühle auf. Vor allem in den Beinen kommt es zu Störungen der Empfindsamkeit. Auch motorische Ausfälle oder Krämpfe können im weiteren Verlauf auftreten. In manchen Fällen nimmt außerdem die Schmerzempfindlichkeit zu.

Ursachen

Die häufigsten Auslöser einer PNP sind der Diabetes mellitus und ein langanhaltender Missbrauch von Alkohol. Es kommt aber auch vor, dass keine Ursache gefunden wird. Eher seltene Auslöser sind Toxine, Entzündungen, Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenunterfunktion, Nieren- oder Lebererkrankungen, autoimmun bedingte oder genetische Faktoren.

Mann schaut auf einen Computerbildschirm.

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Behandlung

Die Therapie besteht in erster Linie darin, die Grunderkrankung zu behandeln. Treten Schmerzen auf, ist darüber hinaus eine Schmerztherapie erforderlich. Auch physikalische Therapie kann eine sinnvolle Unterstützung sein. Die Prognose richtet sich danach, wie früh die Diagnose gestellt wird. Es erschwert aber die Heilung, dass der Betroffene zu Beginn oft keine Beschwerden hat. Schreitet dann die PNP unbemerkt weiter voran, kann die Schädigung der Nerven nicht wieder rückgängig gemacht werden.


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Letzte Änderung: 27.05.2019