Wadenwickel bei Kindern – sinnvoll oder gefährlich?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.

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Diese Woche: Wadenwickel bei Kindern – sinnvoll oder gefährlich?

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Die Expertin zum Thema

Wibke Fishman

Examinierte Fach­kranken­schwester für Psychia­trie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Wadenwickel gelten als bekanntes Hausmittel, um Fieber zu senken. Aber darf man sie auch bei Kindern anwenden? Das hängt davon ab, ob sie warme oder kalte Extremitäten haben.

Bei Kindern, die Fieber und warme Unterschenkel haben, können Wadenwickel durchaus Sinn machen, um die Körpertemperatur um 0,5 bis ein Grad Celsius zu senken.

Sind die Beine dagegen kalt, dürfen keine Wadenwickel gemacht werden. Das ist in der Regel bei Babys und Kleinkindern der Fall. Denn bei ihnen werden bei Fieber die wichtigsten Organe (also der Körperstamm) zur Unterstützung der Abwehrkräfte besonders gut durchblutet. Die Extremitäten (Arme, Beine) werden dabei eher unterversorgt, was die Temperatur dort sinken lässt. Ihre Beine fühlen sich dann sehr kalt an. Es dürfen demnach nur kalte Wickel angelegt werden, wenn die Waden der Kinder sehr heiß sind. Eine Alternative sind Bauch-, Brust- oder Kopfwickel, um vorsichtig die Körpertemperatur zu senken.

Antwort auf Eltern-Fragen

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Damit es für die Herzkreislaufsituation des Kindes nicht zu anstrengend wird, sollten Sie die Wadenwickel möglichst vorsichtig, mit lauwarmem (niemals eiskaltem) Wasser durchführen. Bei Wickeln des Körperstammes oder im Kopfbereich müssen Sie noch behutsamer sein: Hier darf die Auflage immer nur ein Grad unterhalb der erhöhten Temperatur liegen. Wenn also das Kind 40 Grad Fieber hat, sollten die Wickel zunächst nicht unter 39 Grad warm sein. Im Verlauf können Sie dann versuchen, die Temperatur nach und nach zu senken.


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Letzte Änderung: 15.10.2017