Ist es normal, dass mein Urin beim Wasserlassen schäumt?

Frage der WocheLesezeit: 2:00 min.
Junge Frau liegt bäuchlings auf dem Bett.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

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Diese Woche: Ist es normal, dass mein Urin beim Wasserlassen schäumt?

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Die Expertin zum Thema

Wibke Fishman

Examinierte Fach­kranken­schwester für Psychia­trie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Nieren wirken wie ein Filter. Sie lassen ausschließlich Wasser, Salze und kleinmolekulare Stoffwechselprodukte, die zwingend mit dem Urin ausgeschieden werden müssen (sogenannte harnpflichtige Substanzen), hindurch. Schaumbildung beim Wasserlassen ist ein Anzeichen für Eiweiße im Urin. Das kann in Spuren auch bei gesunden Menschen vorkommen.

Schäumender Urin kann entstehen:

  • bei Kälte oder Wärme
  • nach Sport oder anderer körperlicher Anstrengung
  • bei Fieber

 

Außerdem können folgende Medikamente die Eiweiß-Ausscheidung beeinflussen:

  • Zytostatika
  • Antibiotika
  • Schmerzmittel (u.a. entzündungshemmende, fiebersenkende Antirheumatika)

 

Mann schaut auf einen Computerbildschirm.

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Anzeichen einer Proteinurie

Hält die Schaumbildung allerdings dauerhaft an oder ist sie sehr ausgeprägt, sollten die Betroffenen durch den Arzt abklären, wie viel Eiweiß ausgeschieden wird. Das kann man ganz einfach durch eine Urinprobe ermitteln. Bei Mengen von mehr als 150 Milligramm Eiweiß in 24 Stunden spricht man von einer Proteinurie. Begleitende Symptome können beispielsweise Wassereinlagerungen sein.

Es gibt viele Gründe für eine Proteinurie. Nierenerkrankungen wie Entzündungen, Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom oder eine diabetische Nephropathie werden hier ebenso angeführt wie Tumorleiden oder Erkrankungen von Herz und Leber. Sie können alle die Durchlässigkeit der Nieren verändern. Die Aufgabe des Arztes ist es dann, die tatsächliche Ursache für den schäumenden Urin abzuklären.


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Letzte Änderung: 17.04.2016