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Diabetes: Spritzen oder Tabletten?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.
Eine junge Frau hält ein Stück Schokolade vor dem Mund.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Warum spritzen einige Diabetiker und die anderen nehmen Tabletten?

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Dr. Maik Irmisch

Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass es unterschiedliche Formen der Zuckerkrankheit gibt: Beim Typ-1-Diabetiker zerstört das Immunsystem des Körpers die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. So entsteht ein absoluter Insulinmangel. Ohne Insulin können die Körperzellen jedoch keinen Zucker aus dem Blut mehr aufnehmen, sie würden „verhungern“. Der Typ-1-Diabetiker muss deshalb das Hormon Insulin von außen zuführen. Das geschieht durch Spritzen unter die Haut, im Fachausdruck "subkutan".

Mit Tabletten gegen relativen Insulinmangel

90 Prozent aller Diabetiker leiden jedoch am Typ-2-Diabetes. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst noch Insulin. Die Zellen entwickeln jedoch eine Insulinresistenz. Das Insulin kann immer schlechter wirken. Das wird als relativer Insulinmangel bezeichnet und kann mit Tabletten behandelt werden.

Die Tabletten haben vier mögliche Wirkungsweisen:

  • sie erhöhen die Empfindlichkeit der Körperzellen für das vorhandene Insulin, indem sie die nächtliche, "sinnlose" Glukose-Produktion in der Leber hemmen,
  • sie hemmen die Zuckeraufnahme des Körpers im Darm,
  • sie hemmen die Zucker-Wiederaufnahme in der Niere, was zur vermehrten Zuckerausscheidung über den Urin führt, oder
  • sie regen die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu produzieren.

Führen Tabletten, Gewichtsnormalisierung, vernünftige Ernähung und Bewegung bei einem Typ-2-Diabetiker nicht zu befriedigenden Blutzuckerwerten, gibt es zwei Möglichkeiten: Es werden entweder Substanzen unter die Haut gespritzt, die ebenfalls die Insulinausschüttung anregen oder es wird auch hier dem Körper zusätzliches Insulin zugeführt.

Lachende Frau.

AOK-Curaplan

Hilfe bei Diabetes Typ 2.

Gesunder Lebensstil – Spätfolgen vermeiden

Für beide Formen gilt, dass ein Diabetiker möglichst normalgewichtig sein sollte – auch wenn der Typ 1-Diabetiker dies oft schon ist. Außerdem gilt, dass Bewegung und Sport sich positiv auf die Zuckerwerte auswirken. Auch sollten beide Diabetikertypen auf ihre Ernährung achten: Spezielle Diabetiker-Produkte müssen nicht sein. Aber eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen, Fisch, Vollkornprodukten und wenig (tierischem) Fett hilft, die Zuckerwerte möglichst nah an der Norm zu halten. So können die teils erheblichen Spätfolgen (Dialyse, Nervenschmerzen etc.) der Zuckerkrankheit zu vermeiden oder zumindest verzögert werden.

 


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Letzte Änderung: 22.10.2020