Diabetes: Spritzen oder Tabletten?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.

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Diese Woche: Warum spritzen einige Diabetiker und die anderen nehmen Tabletten?

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Der Experte zum Thema

Dr. Maik Irmisch

Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass es unterschiedliche Formen der Zuckerkrankheit gibt: Beim Typ-1-Diabetiker zerstört das Immunsystem des Körpers die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, so dass ein absoluter Insulinmangel entsteht. Ohne Insulin können die Körperzellen jedoch keinen Zucker aus dem Blut mehr aufnehmen, sie würden „verhungern“. Der Typ-1-Diabetiker muss deshalb immer Insulin spritzen da es bislang keine andere Möglichkeit gibt, dem Körper das Hormon Insulin zuverlässig zuzuführen.

Bei den Typ-2-Diabetikern (das ist die überwiegende Mehrheit) produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst noch Insulin, das aber zunehmend weniger wirkt, da die Zellen eine Insulinresistenz entwickeln. Das wird als relativer Insulinmangel bezeichnet. Hier helfen Tabletten, die z.B. die Zuckeraufnahme des Körpers im Darm hemmen, die Empfindlichkeit der Körperzellen für das vorhandene Insulin erhöhen oder die Bauchspeicheldrüse anregen, mehr Insulin zu produzieren.

AOK-Curaplan

Hilfe bei Diabetes Typ 2.

Für beide Formen gilt, dass ein Diabetiker möglichst normalgewichtig sein sollte und dass Bewegung und Sport sich positiv auf die Zuckerwerte auswirken. Auch sollten beide Diabetikertypen auf ihre Ernährung achten: Spezielle Diabetiker-Produkte müssen nicht sein, aber eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen, Fisch, Vollkornprodukten und wenig (tierischem) Fett hilft, die Zuckerwerte möglichst nah an der Norm zu halten und so die teils erheblichen Spätfolgen (Dialyse, Nervenschmerzen etc.) der Zuckerkrankheit zu vermeiden oder zumindest zu verzögern.

Führen Tabletten, Gewichtsnormalisierung, vernünftige Ernähung und Bewegung bei einem Typ-2-Diabetiker nicht zu befriedigenden Blutzuckerwerten, so wird auch hier dem Körper zusätzliches Insulin zugeführt, also gespritzt.


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Letzte Änderung: 19.06.2012