Kranke Kinderseele – das sind die Symptome

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Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen machen sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Anzeichen für eine kranke Kinderseele vor.

Die Symptome bei psychisch kranken Kindern und Jugendlichen variieren je nach Störung. Manchmal unterscheiden sie sich auch von denen der Erwachsenen. Dabei sind einige Anzeichen nach außen gerichtet und damit leicht feststellbar, andere finden im Inneren statt und werden nicht immer sofort erkannt. Bei folgenden Symptomen sollten Sie aufmerksam werden:

  • Ängstlichkeit, Rückzug
    Übermäßige Ängstlichkeit und Rückzug können Zeichen einer Angststörung sein, treten aber auch bei Bindungsstörungen und Depressionen auf.
  • Aggressives Verhalten
    Aggressives Verhalten kann auf eine soziale Verhaltensstörung wie ADHS (Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung), aber auch auf eine Depression hindeuten. Die Aggressivität kann sich verbal oder in Handlungen zeigen.
  • Extremer Gewichtsverlust, extreme Gewichtszunahme
    Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme in starkem Ausmaß können – sofern keine körperlichen Krankheiten der Grund dafür sind – Symptome einer Essstörung sein. Magersucht und Esssucht sind irgendwann sichtbar, weil die Betroffenen extrem dünn oder dick werden. Bulimie-Patienten können ihre Erkrankung dagegen sehr lange verbergen.
  • Antriebslosigkeit, Interessenlosigkeit
    Wenn Kinder wenig motiviert sind zu spielen oder andere Dinge zu tun und sich kaum für ihre Umwelt interessieren, könnte eine depressive Erkrankung der Grund sein.
  • Hyperaktivität, Rastlosigkeit
    Wenn sich ein Kind sehr viel aktiver als andere Kinder verhält, dabei mitunter Spielregeln des Miteinanders nicht einhält und von Unruhe getrieben ist, liegt wahrscheinlich eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor.
  • Mangelnde Aufmerksamkeit
    Mangelnde Aufmerksamkeit in verschiedenen Situationen ist möglicherweise ein Anzeichen für ADHS oder ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom). Doch auch Depressionen und Angststörungen können Kinder daran hindern, aufmerksam zu sein. Bei Essstörungen kann Hunger zu fehlender Aufmerksamkeit führen.
  • Muskelzucken, Blinzeln, Grimassieren, Laute ausstoßen
    Wenn ein Kind oft unwillkürlich Bewegungen macht, die es nicht kontrollieren kann, viel blinzelt, Grimassen schneidet oder Laute ausstößt (zum Beispiel Räuspern, Pfeifen, Grunzen) kann es unter einer Tic-Störung leiden. Auch wenn es ganze Wörter oder Sätze ständig wiederholt, liegt eventuell eine Tic-Störung vor.
  • Selbstverletzendes (autoaggressives) Verhalten
    Selbstverletzendes Verhalten wie das Schneiden, Ritzen, Verbrennen oder Verätzen der Haut ist meist Ausdruck einer psychischen Erkrankung, mindestens aber psychischer Probleme. Die Verletzungen können Warnsignale sein und auf Impulskontroll- oder Borderline-Störung oder Depressionen hinweisen.
  • Schüchternheit
    Fast alle Kinder sind in bestimmten Situationen schüchtern. Bei extrem schüchternen Kindern könnte eine Angst- oder Bindungsstörung dahinterstecken.
  • Schweigen (Mutismus)
    Mutismus wird als eigenständige Kommunikationsstörung klassifiziert: Die Kinder schweigen entweder vollständig oder in bestimmten Situationen, obwohl sie organisch fähig sind zu sprechen. Das Schweigen ist Symptom einer psychischen Erkrankung, beispielsweise einer Depression.
  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Resignation
    Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, fehlende Motivation und Resignation sind vor allem Anzeichen einer Depression. Bei kleineren Kindern macht sich eine Depression durch Ess- und Schlafstörungen und häufiges Klagen über körperliche Beschwerden bemerkbar, da die Kinder ihr Leid noch nicht benennen können.
  • Zwanghaft wiederholte Handlungen
    Ein Kind, das sich übertrieben häufig wäscht, etwas reinigt, kontrolliert oder zählt, hat vermutlich eine Zwangsstörung. Von einem Zählzwang bekommt die Umgebung oft nichts mit, vom Waschzwang hingegen schon.
Großeltern, Eltern und Kindern.

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Letzte Änderung: 04.12.2017