Stress im Job: Schöne neue Arbeitswelt?

InterviewLesezeit: 3:00 min.
Eine Frau mit Aktenordnern unter dem Arm hat es eilig.

Bildnachweis: © wdv / Markus Hintzen

„Ich bin so im Stress.“ Dieser Satz gehört schon fast zur Standardaussage im beruflichen Umfeld. So abgedroschen er klingt, so ernst ist er zu nehmen. Denn Fakt ist, dass immer mehr Menschen an den Folgen von Termindruck, Überstunden und Arbeitsbelastung ernsthaft erkranken.

Prof. Dieter Zapf, Psychologe und Leiter der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Frankfurt erklärt, was sich in der modernen Arbeitswelt geändert hat, was uns daran so belastet und wie man mit den sogenannten Stressoren besser umgehen kann.

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Der Experte zum Thema

Prof. Dieter Zapf

Leiter Arbeits- und Organisationspsychologie
Universität Frankfurt

Herr Professor Zapf, viele Menschen fühlen sich heute durch ihre Arbeit gestresst. Dabei arbeiten wir doch weniger als früher. Was belastet die Menschen so sehr?

Redaktion

Stress bedeutet ja immer ein Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen der Arbeit auf der einen Seite und den persönlichen Fähigkeiten – wir nennen das Ressourcen – auf der anderen Seite. Die körperlichen Belastungen haben abgenommen. Die psychischen Belastungen durch Termindruck oder komplexe Aufgaben haben dagegen zugenommen. Gleichzeitig bleibt weniger Zeit, Spannungen und Konflikte zu lösen. Damit kommen viele Menschen nicht klar.

Prof. Dieter Zapf

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Junge Frau mit Wollpullover am Meer.

Stress im Griff

Lernen Sie, Ihren Stress zu verringern.

Wie äußert sich das?

Redaktion

Zunächst einmal als psychische Anspannung. Dazu können Nervosität, Hilflosigkeitsgefühle und depressive Verstimmungen kommen. Auch viele psychosomatische Beschwerden wie Kopfweh, Schlafstörungen oder Bluthochdruck lassen sich auf Stress zurückführen.

Prof. Dieter Zapf

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An den Anforderungen am Arbeitsplatz kann der Einzelne ja nicht viel ändern. Kann man es lernen, mit dem Stress umzugehen?

Redaktion

Ja, sicher. Der erste Schritt ist es, herauszufinden, welche Faktoren einen genau belasten. Dies wird auch im Stressmanagement gelehrt. Man muss lernen, Probleme zu erkennen und auch auszusprechen – zum Beispiel gegenüber dem Vorgesetzten.

Prof. Dieter Zapf

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Letzte Änderung: 14.09.2015