Burnout – wie sieht die Behandlung aus?

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Eine Frau sitzt am Schreibtisch und stützt den Kopf in ihre Hände.

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Sobald ein Burnout-Syndrom diagnostiziert wird, berät der Arzt zunächst mit dem Patienten, welche Therapie für ihn in Frage kommt. Je nach Art der Belastung und Persönlichkeit ist eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie empfehlenswert. Eine ambulante Therapie kann durch einen Klinikaufenthalt unterstützt werden. Aber auch Medikamente wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer kommen gegen Burnout zum Einsatz.

Behandlung

Extreme Erschöpfung ist ein Symptom des Burnout-Syndroms. Leider ist es sehr unspezifisch und kann mit vielen Krankheiten einhergehen. Aus diesem Grund untersucht der Hausarzt den Patienten zunächst auf körperliche Ursachen für seine Beschwerden. Liegen keine physiologischen Erkrankungen vor, werden Gespräche ein genaueres Bild von der psychischen Verfassung des Kranken geben. Besteht daraufhin ein Verdacht auf einen nahenden oder bereits vorliegenden Burnout, erfolgt in der Regel die Überweisung an einen Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie.

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Therapieformen für Burnout-Patienten

Gängige Behandlungsmethoden bei einem Burnout sind eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Erstere zielt darauf ab, bisherige Verhaltensmuster des Betroffenen zu verändern. So können Burnout-Patienten etwa lernen, die Ansprüche an sich selbst herabzusetzen und damit Erwartungsdruck von sich zu nehmen. Die tiefenpsychologische Behandlung legt dagegen das Hauptaugenmerk auf tiefgreifende Umstrukturierungen, die in der Therapie des Burnouts vor allem eine Stärkung des Selbstwertgefühls zum Ziel haben: Denn wer seinen eigenen Wert nur aus der Anerkennung anderer oder aus beruflichen Erfolgen schöpft, droht irgendwann „auszubrennen“, wenn die Anerkennung ausbleibt oder die Leistung im Job als Folge des Dauerstresses nachlässt.

Eine Therapie richtet sich stets nach den individuellen Voraussetzungen des Patienten. Neben der ambulanten Therapie kommt auch ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Klinik in Frage. Es gibt diverse Einrichtungen in Deutschland, die Burnout-Patienten stationär behandeln. Auch hier nimmt der Patient an psychotherapeutischen Maßnahmen teil. Zusätzlich lernt er Entspannungstechniken kennen, die er später zu Hause weiter praktizieren kann. Dazu gehören autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Darüber hinaus werden die Patienten angeregt, nach Ende des Klinikaufenthalts mit Hilfe verschiedener Sportarten mehr für ihren körperlichen Ausgleich zu tun.

Ergänzend zu Psychotherapien können in der Therapie des Burnout-Syndroms auch Medikamente wie Johanniskraut-Präparate und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zum Einsatz kommen.


Letzte Änderung: 13.03.2017