Psychisch krankes Kind – die richtige Behandlung

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Junge Mädchen sitzt nachdenklich auf dem Sofa.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Was können Eltern tun, wenn sie bei ihrem Nachwuchs eine psychische Erkrankung vermuten? Wenn sie Auffälligkeiten feststellen, die sie keiner ihnen bekannten Krankheit zuordnen können? Dann ist zunächst der Kinder- oder Hausarzt erster Ansprechpartner. Er überweist das Kind oder den Jugendlichen dann wenn nötig an einen Psychologen oder Psychiater, der die Therapie in die Hand nimmt. Lesen Sie hier einige hilfreiche Tipps zur Orientierung für Eltern.

Experten – Kinder- oder Hausarzt, Psychologen und Psychiater

Treten Auffälligkeiten bei Kindern oder Jugendlichen häufiger auf oder dauern sie einige Zeit an, sollten Eltern nicht allzu lange zögern, sich Hilfe zu suchen. Meist ist der Kinder- oder Hausarzt der Familie der erste Ansprechpartner, wenn es Warnsignale für eine seelische Störung gibt. Er kann dann gegebenenfalls an einen Psychotherapeuten oder Psychiater überweisen, denn sie sind die eigentlichen Experten für psychische Erkrankungen. Es gibt speziell ausgebildete Psychologen und Psychiater für Kinder und Jugendliche.

Diagnose – Experten machen sich ein umfassendes Bild

Bevor bei einem Kind oder Jugendlichen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird, prüft der Mediziner zunächst, ob hinter den Symptomen wirklich keine physische Ursache steckt. Darum findet zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung statt. Sind körperliche Gründe ausgeschlossen, wird ein Arzt oder Psychologe sich daran machen, mehr über die Symptome und die persönliche Situation des Betroffenen zu erfahren.

Dazu befragt er sowohl die Eltern als auch das Kind und – wenn die Eltern einverstanden sind – die Erzieher oder Lehrer. Auf diese Weise erhält er ein genaueres Bild von der Lebenssituation des Kindes sowie seiner Beschwerden oder Auffälligkeiten. In der Regel kommen dabei standardisierte Fragebögen zum Einsatz. Je nach vermuteter Erkrankung bieten sie aber auch Spielsituationen an, bei denen sie das Verhalten des Kindes beobachten und daraus ihre Schlüsse ziehen können.

Zwei Kinder auf einer Decke im Gras.

Versorgung bei AD(H)S

Hilfe für Kinder und ihre Familien.

Therapie – Verhaltenstherapie oft Mittel der Wahl

Die Therapie für die psychische Erkrankung eines Kindes richtet sich nach Art und Schwere der Krankheit. Oft ist eine Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl. Hier lernen Kinder, wie sie ihre Krankheit bzw. deren Symptome in den Griff bekommen. Zusätzlich werden bei manchen Störungen Entspannungsmethoden empfohlen. In der Regel findet die Therapie ambulant statt, nur in schwereren Fällen von beispielsweise Magersucht oder Depression wird eventuell eine mehrwöchige stationäre Therapie in einer Spezialklinik in Erwägung gezogen.

Da die Eltern den Therapieerfolg positiv beeinflussen können, werden sie in die Behandlung mit eingebunden – mindestens in Form ausführlicher Informationen, gegebenenfalls in einer Familientherapie. Eltern sollten sich auf jeden Fall beraten lassen, wie sie durch ihr Verhalten das Befinden ihres Kindes verbessern können.

Manchmal werden Kinder auch medikamentös behandelt, denn bei einigen psychischen Krankheiten spielen Botenstoffe im Gehirn eine Rolle. Diese können durch Medikamente positiv beeinflusst werden.

Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung

Wer schnell einen Termin bei einem Experten wie etwa einem Psychiater braucht, kann sich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Es muss dafür allerdings eine Überweisung vorliegen.

Bereich Nordrhein:
Telefon 0211 59708990
Montag bis Freitag: 8.00 bis 12.00 Uhr und 15.00 bis 17.00 Uhr

Hamburg:
Telefon 040 55553830
Montag bis Freitag: 9.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstag: zusätzlich 15.00 bis 17.00 Uhr


Letzte Änderung: 04.12.2017