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Darmkrebs – Ursachen und Symptome

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Arzt und Patient im Gespräch.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Martin Barraud

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Er tritt eher bei älteren Menschen auf. Wenn man ihn früh erkennt, ist Darmkrebs gut behandelbar.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Sabine Forsch

Fachärztin für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

In Deutschland erkranken laut dem Robert Koch-Institut jährlich etwa 58.000 Menschen an Darmkrebs. Der Krankheitsverlauf ist oft ähnlich: Stimmt etwas nicht im Darm, entwickeln sich in der Regel zunächst Darmpolypen oder andere Schleimhautveränderungen. Diese Wucherungen können entarten und einen bösartigen Darmtumor verursachen. Mediziner sprechen dabei von einem kolorektalen Karzinom oder Kolonkarzinom.

Wie macht sich Darmkrebs bemerkbar?

Darmkrebs beginnt schleichend. Anfangs macht ein Kolonkarzinom gar keine Beschwerden. Ein frühes Anzeichen können beispielsweise Blutungen sein. Erst nach und nach entwickeln sich dann sehr unterschiedliche Symptome. Dazu gehören zum Beispiel Leistungsminderung, Müdigkeit oder Gewichtsverlust. Diese Beschwerden sind jedoch sehr unspezifisch. Sie können ebenso auf andere Krankheiten hindeuten. Das ist auch der Grund, weshalb die Symptome oft falsch interpretiert oder zu spät erkannt werden.

Vorsorge wahrnehmen

Deshalb ist die Darmkrebs-Vorsorge so wichtig. Anhand einer Darmspiegelung oder einer Stuhlprobe kann Darmkrebs frühzeitig entdeckt und behandelt werden. Rund ein Viertel der Darmkrebstode könnte jedes Jahr verhindert werden, wenn mehr Menschen diese Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen würden.

Ab einem Alter von 50 Jahren (Männer) beziehungsweise 55 Jahren (Frauen) haben Sie Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge. Alternativ können Sie alle zwei Jahre Ihren Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen.

Deutlichere Symptome für Darmkrebs kommen erst in einem fortgeschrittenen Stadium hinzu. Dazu zählen unter anderem:

  • plötzliche Änderung der Stuhlgewohnheiten
  • ständiger Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • Schleim- und Blutbeimischungen im Stuhl
  • mitunter Schmerzen im Unterbauch

Größere Tumoren können sogar manchmal durch die Bauchdecke hindurch als walzenförmige Verhärtung ertastet werden. Das ist jedoch äußerst selten.

Eine Vielzahl von Ursachen

Die Ursachen für Darmkrebs sind vielfältig – und noch immer nicht vollständig erforscht. Eine gewisse Rolle bei der Entstehung dieser Krankheit scheint die Ernährung zu spielen. Eine europaweite Studie unter Leitung des Krebsforschungszentrums in Lyon, Frankreich, an der zehn Länder mit rund 500.000 Probanden beteiligt waren, zeigte: Die Darmkrebs-Rate sinkt bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung um 40 Prozent.

Ein Mann sitzt lächelnd auf einer Wiese.

Darmkrebs

Früherkennung ist wichtig.

Schädlich hingegen sind zu viel rotes Fleisch und Wurst. Dazu zählen Schweine-, Rind-, Wild- oder Lammfleisch, Wurst, Speck, Fleischkonserven und Schinken. Nach Einschätzung der Forscher steigt das Darmkrebs-Risiko bei einem täglichen Verzehr von 100 Gramm rotem Fleisch.

Darmfreundliche Ernährung

  • Ballaststoffe: Ballaststoffe quellen im Darm auf und machen den Stuhl weich und gleitfähig. Das wirkt sich positiv auf die Darmflora aus.
  • Obst, Gemüse und Vollkornprodukte: Sie sind ebenfalls gut für den Darm.
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Einige Studien deuten an, dass der Wirkstoff die Entstehung von Darmkrebs verhindern könnte. Ein eindeutiger Zusammenhang konnte bisher jedoch nicht erwiesen werden. Eine vorbeugende Einnahme wird deshalb im Moment nicht empfohlen.

Weitere Risikofaktoren

Neben der Ernährung gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren, die die Entstehung von Darmkrebs begünstigen können. Dazu gehören:

  • erbliche Veranlagung: In Familien, in denen bereits ein Mitglied an Darmkrebs erkrankt ist, können über Generationen hinweg weitere Krankheitsfälle auftreten
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • geringe körperliche Bewegung
  • Alkohol- und Tabakkonsum

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Letzte Änderung: 03.02.2021