AOK-Gesundheitspodcast "Morphium & Ingwer" – mit Olli Briesch und Michael Imhof im Interview

InterviewLesezeit: 3:00 min.

Olli Briesch und Michael Imhof gehören zu Deutschlands bekanntesten Radiomoderatoren. Das Duo ist seit über zehn Jahren berühmt dafür, nicht nur kreativ zu informieren, sondern sich und andere in seiner Radioshow auch gerne auf die Schippe zu nehmen. Im Interview zum neuen AOK-Gesundheitspodcast erklären die beiden, warum der Titel „Morphium & Ingwer“ lautet, wie sich ein Selbstversuch beim Arzt anfühlt und was sie bei ihren Recherchen am meisten überrascht hat.

Olli und Micha, direkt zum Start mal Tacheles: „Morphium & Ingwer“ - was ist das denn für ein Titel? 

Redaktion

Ein echt guter Titel! Das sagen zumindest alle, die schon davon gehört haben. Er steht für das, was wir auch inhaltlich liefern: die komplette Bandbreite von ernsten und relevanten Themen auf der einen und lockeren und unterhaltsamen Aspekten auf der anderen Seite.

Olli Briesch

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Wir sprechen über Gesundheit, weil es spannend ist. Wir klären auf, ohne dröge zu sein. Und dabei wollen wir auch noch unterhalten. Olli und ich sehen die gleichen Dinge oft unterschiedlich. Mal giften wir uns an, mal trinken wir zusammen nen Tee. Nichts liegt so weit auseinander wie Morphium und Ingwer. Oder eben Olli und Micha.

Michael Imhof

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Warum glaubt ihr eigentlich, ein Gesundheitspodcast mit Humor sei das, was die Menschen hören wollen? 

Redaktion

Lachen ist die beste Medizin.

Michael Imhof

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(lacht) Mit dem Spruch kannst du dich zu den Senioren ins Wartezimmer setzen. 

Olli Briesch

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Es gibt so viel Halbwissen über Krankheiten, Medizin, Organe - aber jeden betrifft irgendwas davon. Hab‘ ich nen Reizdarm? Müsste ich den schwarzen Fleck auf der Haut mal untersuchen lassen? Was macht eigentlich ein Urologe? Und das mit dem nötigen Humor zu nehmen, nimmt sämtliche Ängste und Hemmungen. Uns, wenn wir Experten die entscheidenden Fragen stellen oder den Selbsttest machen, euch, wenn ihr nach dem Hören sagt „Och, ist doch halb so schlimm“, „Spannend“ oder „Geh ich wohl doch mal zum Arzt.“

Michael Imhof

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Die Konfrontation mit Krankheiten und das frühe Erkennen von Symptomen sind total wichtig, um gesund zu bleiben! Genau wie bei einer Darmspiegelung gilt hier: A ….. ugen auf und durch!

Olli Briesch

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Hand aufs Herz - wie sieht’s bei euch selbst aus? Geht ihr regelmäßig zu Vorsorgeterminen oder drückt ihr euch gerne vor dem Arzt?

Redaktion

Jepp. Regelmäßig. (Zu Olli) Dabei bist du doch der Hypochonder von uns beiden!

Michael Imhof

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Durch den Podcast merkt man erst mal, was man alles liegen lässt. Oft zahlt die Krankenkasse ja sogar die Vorsorge, wie zum Beispiel die Darm- oder Hautkrebsuntersuchung. Ich bin da auch leider oft an einer chronischen Aufschieberitits erkrankt. Es ist so ein wenig wie mit der Vorbereitung auf eine Prüfung. Hätte man sich rechtzeitig bemüht, wäre das gar kein großes Ding geworden. Aber das „Morgen fang ich an“ ist oft bequemer.

Olli Briesch

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Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Wieso sind gerade Männer so Vorsorgemuffel? Ist es die Angst vor einer Diagnose?

Redaktion

Wer will schon gerne hören, dass er vielleicht Hautkrebs hat? Bei den Frauen ist der Routinetermin bei der Gynäkologin schon im Teenie-Alter eine Selbstverständlichkeit. Männer gehen hingehen von Natur aus nur zum Arzt, wenn extrem lebensbedrohliche Krankheiten wie Schnupfen sie überfallen. Durch unsere Selbstversuche wollen wir nicht nur sensibilisieren, sondern auch zeigen, dass viele Untersuchungen gar keine große Sache sind. Oft helfen auch kleine Tipps. Beim Urologen die Hosen runter zu lassen, hat mich zum Beispiel deutlich weniger Überwindung gekostet, nachdem ich mich vorher geduscht hatte. 

Olli Briesch

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Was hat euch bei den Recherchen zu „Morphium & Ingwer“ am meisten überrascht? Gibt es irgendwelche erstaunlichen Erkenntnisse, von denen ihr bislang vielleicht nicht mal was geahnt habt?

Redaktion

Dass der Darm auf die Psyche drückt und nicht nur auf den Bauch. Oder wie schlecht Ollis Mama ihn in seiner Kindheit eingecremt hat. Das hat uns alle betroffen gemacht (schmunzelt). 

Michael Imhof

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Stimmt… Leider!  Beim Thema Hautkrebs – da hat man früher noch ganz anders gedacht und den Kindern mit der Sonnenmilch von 1984 auch noch 10 Jahre später im Urlaub den Rücken eingecremt. Wenn überhaupt. Da tut es gut, wenn man mal up to date gebracht wird und unsere Hörerinnen und Hörer werden sicher auch das ein oder andere an neuer Erkenntnis mitnehmen.

Olli Briesch

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Micha, in einem der Podcasts, die ab Januar alle zwei Wochen ausgestrahlt werden, willst du im Selbstversuch zur Darmspiegelung. Keine Angst?

Redaktion

Naja, man steckt ja vorher nicht drin, wie so ne Darmspiegelung abläuft. Mit Gastro kenn ich mich aus, ob da jetzt noch ein Enterologe dazu kommt oder nicht, ist doch auch egal. Im Zweifel ist es für den Arzt schlimmer als für mich. Wenn man sich aber mal bewusst macht, welche Schäden man durch so ne Vorsorgeuntersuchung abwenden kann, dann sollte man dieses kleine Opfer sich selbst gegenüber schon bringen. Vielleicht kann ich an dem Tag einfach nicht und Olli geht hin. Oder wir losen es aus.

Michael Imhof

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Ohne jetzt zu viel zu verraten - die Story welches Gesprächspartners hat euch am meisten beeindruckt?

Redaktion

Es ist ja nicht so, dass alle Folgen schon im Kasten sind. Aber von den Menschen, die wir bis jetzt treffen durften, gehört auf jeden Fall die Geschichte einer jungen Frau dazu, die im Gesicht an weißem Hautkrebs erkrankt ist, der operativ entfernt werden musste. Wie sie damit umgeht, das ist schon sehr bewegend.

Olli Briesch

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Mich hat beeindruckt, wie der Mann, der sich im Radio und Fernsehen so viele Nächte um die Ohren geschlagen hat, heute schläft: Jürgen Domian. Über seinen verrückten Schlaf-Tick erzählt er in Folge1!

Michael Imhof

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Zum Abschluss: Nach den Erfahrungen, die ihr bei der Produktion der ersten Folgen von „Morphium & Ingwer“ gemacht habt – gibt es einen Rat, den ihr den Deutschen zum Umgang mit der eigenen Gesundheit geben möchtet? Gehen wir wirklich zu locker mit diesem Thema um?

Redaktion

Ach, außer bei den eigenen Zähnen, finde ich locker sein ja prinzipiell gut. Aber wir haben nur diese eine Gesundheit und dieses eine Leben und nicht ist fataler, als das Gefühl zu haben, man hätte ja viel früher etwas tun können, wenn man den Hintern hoch bekommen hätte.

Olli Briesch

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Das Krasse ist ja, dass es für die meisten gerade angesagten Krankheiten tatsächlich ganz einfache, lockere Lösungen gibt. Und wer unseren Podcast abonniert, wird seine Gesundheit mit anderen Augen hören. Also auf geht‘s!

Michael Imhof

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Letzte Änderung: 13.01.2020

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