Der Pap-Test erkennt Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs

ArtikelLesezeit: 3:30 min.
nge Frau beim Arzt.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Jede Frau ab 20 Jahren hat einmal im Jahr Anspruch auf die gesetzliche Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Anke Leesemann

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Kern dieser Untersuchung ist der Pap-Test – Clarimedis-Expertin Dr. Anke Leesemann, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erklärt alle wichtigen Fakten rund um die Vorsorgeuntersuchung.

„Beim Pap-Test entnimmt der Arzt mit Bürste und Spatel Zellen vom Gebärmutterhals – auch Muttermund genannt“, erklärt Dr. Anke Leesemann. „Dieser so entnommene Zellabstrich wird dann unter einem Mikroskop untersucht, um Vorstadien von Gebärmutterhalskrebs zu erkennen.“

Veränderte Zellen im Pap-Abstrich sind jedoch nicht mit der Diagnose Gebärmutterhalskrebs gleichzusetzen, wie die Clarimedis-Ärztin betont: „Ein verändertes Zellbild ist ein Hinweis, dass ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs vorliegen könnte. Manchmal sind aber auch Entzündungen die Ursache für ein auffälliges Ergebnis.“ Im Fall eines auffälligen Pap-Testes wird dieser drei Monate später noch einmal wiederholt, während bei unauffälligem Ergebnis die Kontrolle nach einem Jahr ausreicht.

Der Pap-Test bietet bereits hohe Sicherheit

„Durch einen regelmäßigen Pap-Test ist die Wahrscheinlichkeit, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig aufzudecken, sehr hoch“, betont Clarimedis-Expertin Dr. Anke Leesemann. Weitere Vorsorgeuntersuchungen wie zum Beispiel der HPV-Test, der als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten wird, sind deshalb nur in wenigen Fällen ergänzend empfehlenswert.

Ärztin sitzt am Schreibtisch und spricht mit einem Paar.

Erkennen und heilen

Krebsfrüherkennung ist wichtig!

„Während der Pap-Test Zellveränderungen untersucht, weist der HPV-Test nach, ob humane Papillomaviren vorliegen“, erklärt Dr. Anke Leesemann den Unterschied. Manchmal geht ein positiver Befund beim HPV-Test mit einem unauffälligen Pap-Test einher, was zu Verunsicherung führen kann. „Sinnvoll kann der HPV-Test bei einem auffälligen Pap-Test sein“, urteilt die Clarimedis-Expertin, „in diesen Fällen ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.“

Bei regelmäßiger Vorsorge gibt es keinen Grund zur Besorgnis

Gut zu wissen ist auch: Zwischen der Infizierung mit den humanen Papillomaviren und einer möglichen Gebärmutterhalskrebserkrankung vergehen in aller Regel mehrere Jahre, so der heutige Erkenntnisstand. „Viele Frauen infizieren sich irgendwann einmal mit den humanen Papillomaviren“, so die Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, „Gebärmutterhalskrebs entsteht hingegen nur bei einer von 1000 Infektionen.“ Denn in aller Regel wehrt das Immunsystem die Viren ganz von alleine ab, gerade bei jungen Frauen verschwindet die HPV-Infektion meist innerhalb weniger Monate.

Dr. Anke Leesemann rät deshalb, am besten einen kühlen Kopf zu bewahren: „Wichtig ist es nur, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Damit können alle Frauen schon eine Menge für ihre Gesundheit tun.“

Letzte Änderung: 17.12.2014

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