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Warum ist die Impfmüdigkeit problematisch?

Frage der WocheLesezeit: 2:00 min.
Corona Impfzentrum

Bildnachweis: © stock.adobe.com / Robert Kneschke

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Warum ist die Impfmüdigkeit problematisch?

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Anke Greven

Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Stand: 30.07.2021

In Deutschland sind mittlerweile 51,5 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. 61,5 Prozent haben immerhin die erste Impfdosis erhalten (Quelle: Impfdashboard/Bundesministerium für Gesundheit). Doch die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen geht immer weiter zurück. Termine werden nicht wahrgenommen, Impfstoff bleibt übrig. Es scheint eine gewisse Impfmüdigkeit einzusetzen.

Das ist problematisch – denn eine hohe Impfquote ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie.

Was spricht für eine Impfung?

Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte ist die Gefährdung jedoch nur moderat.

Die Impfungen sind hoch wirksam. Das konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden. Die Impfeffektivität liegt für die Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen bei etwa 89 Prozent, bei den über 60-Jährigen sind es 87 Prozent.

Die Wirksamkeit der Impfung spiegelt sich auch in den gemeldeten COVID-19-Fällen wider. Zum Ende des Jahres 2020 und Anfang des Jahres 2021 waren überwiegend Hochaltrige ab 80 Jahren von Covid-19 betroffen. Mittlerweile steigt die Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der 15- bis 34-Jährigen – die zu einem deutlich geringeren Prozentsatz geimpft sind.

Schwere Verläufe verhindern

Geimpfte Personen haben ein geringeres Risiko, an Corona zu erkranken. Außerdem schützt die Impfung insbesondere vor einem schweren Krankheitsverlauf. Alle Impfstoffe, die zurzeit in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen bei vollständiger Impfung wirksam vor einer Erkrankung durch die beiden hauptsächlich zirkulierenden Varianten, Delta und Alpha. Weniger schwere Krankheitsverläufe bedeutet auch: Krankenhäuser und Intensivstationen werden entlastet.

Herdenimmunität

Die Corona-Impfung hilft auf verschiedenen Wegen. Sie bietet zum einen jedem Geimpften einen persönlichen Schutz. Zum anderen profitiert die ganze Bevölkerung von einer hohen Impfquote. Denn nur wenn genügend Menschen geimpft sind, kann eine vierte Welle im Herbst verhindert werden. Modellrechnungen zeigen: Je höher die Impfquote unter den Erwachsenen ist, desto schwächer ist der zu erwartete Peak für den kommenden Herbst und Winter. Das Verhalten jedes Einzelnen hat Einfluss auf den Umfang und die Folgen der Infektionen im Herbst und Winter.

Ungeimpfte schützen

Es gibt Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen können. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden bei zukünftigen Corona-Fallzahlen eine stärkere Rolle spielen. Denn für einige Altersgruppen gibt es noch keine zugelassenen Impfstoffe. Daher sollten wir die schützen, die sich nicht impfen lassen können!

Die zweite Dosis

Die Delta-Variante ist in Deutschland mittlerweile in über 84 Prozent der COVID-19-Fälle nachgewiesen. Daten aus Großbritannien zeigen: Der Impfschutz gegen die Delta-Variante ist nach vollständiger Impfung deutlich höher als nach einer einzelnen Impfstoffdosis. Für einen wirksamen Schutz werden bei den mRNA-Impfstoffen daher beide Impfungen benötigt.

Mittlerweile hat sich außerdem gezeigt, dass die Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoff von Vorteil ist. Studien beweisen, dass die erzielte Immunantwort bei einem Wechsel deutlich stärker und vermutlich auch dauerhafter ist als die zweimalige Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Wer also bei der ersten Impfung den Impfstoff von AstraZeneca erhalten hat, kann bei der zweiten Dosis mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna bekommen.

Schon gewusst? Die Corona-Impfung wird beim AOK-Bonusprogramm angerechnet. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Allgemeine Vorsorge nicht vergessen

Momentan dreht sich alles um Corona. Doch auch die anderen Krankheiten gibt es noch. Nehmen Sie deshalb regelmäßig die üblichen Vorsorgeuntersuchungen wahr – den Gesundheits-Check-up oder Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Sprechen Sie gegebenenfalls auch mit Ihrem Arzt über eine mögliche Grippeimpfung im Herbst.


AOK-Clarimedis – kompetente Informationen am Telefon: 0800 1 265 265

Das telefonische ServiceCenter AOK-Clarimedis ist für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Ein Team aus Fachärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Ernährungsberatern und Versicherungsexperten gibt kompetente Auskünfte zu den Themen Medizin und Versicherung.

Sie erreichen AOK-Clarimedis rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1 265 265.

Letzte Änderung: 30.07.2021