Sind Frauen eher von Krampfadern betroffen?

Frage der WocheLesezeit: 1:00 min.
Frauenfüße unter einem Schreibtisch.

Bildnachweis: © wdv / Oana Szekely

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Sind Frauen eher von Krampfadern betroffen?

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Der Experte zum Thema

Bernhard Schlüter

Exami­nierter Kranken­pfleger
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Krampfadern in den Beinen (Varizen) sind tatsächlich eher ein Frauenproblem, sie sind etwa doppelt so häufig davon betroffen. Grund dafür sind die weiblichen Hormone.

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind dauerhaft erweiterte Venen. Sie treten meistens in den Beinen auf. Eigentlich ist es die Aufgabe der Venen, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Wenn das nicht richtig funktioniert, läuft das Blut zurück und staut sich in den Beinen. Die Venen erweitern und verformen sich – das sehen wir als geschlängelte blaue Adern unter der Haut.

Was sind die Ursachen?

Grund für Krampfadern ist oft ein schwaches Bindegewebe. Es kann die Venen nicht richtig stützen. Eine Bindegewebsschwäche kann erblich bedingt sein. Weitere Risikofaktoren sind eine schwache Venenwand, Übergewicht, Rauchen und zu wenig Bewegung.

Außerdem spielen weibliche Hormone eine Rolle. Deshalb sind Frauen häufiger betroffen:

  • Das Hormon Östrogen hat einen eher negativen Einfluss auf die Venen, sie werden dehnbarer.
  • Auch durch die Einnahme der Pille kann dieser Effekt eintreten.
  • Während einer Schwangerschaft kann das Blut nicht mehr so gut aus den Beinen abfließen. Es staut sich in den Beinen, der Druck steigt. Das begünstigt eine Erweiterung der Venen. Die Presswehen können diesen Effekt zusätzlich verstärken.

Mit hohen Absätzen oder dem Übereinanderschlagen der Beine hängt die Entstehung von Krampfadern jedoch nicht zusammen.

Mann schaut auf einen Computerbildschirm.

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Was tun gegen Krampfadern?

Regelmäßige Bewegung ist gut für die Durchblutung – vor allem nach langem Stehen oder Sitzen. Auch Wechselbäder kurbeln den Blutfluss an. Wenn Sie an Herzproblemen leiden, sprechen Sie das jedoch vorher mit Ihrem Arzt ab. Bei Übergewicht verringert jedes Kilo weniger den Druck auf die Venen. Außerdem gibt es spezielle Übungen für die Venen (Venengymnastik). Die „Fußschaukel“ zum Beispiel trainiert auch die Wadenmuskulatur. Sie sehen die Übung im Video unter dem Beitrag.

Sind die Krampfadern bereits da, helfen Kompressionsstrümpfe. Sie (unter)stützen das Bindegewebe und die Venen und verhindern damit einen Rückstau des Blutes. Bei weiter fortgeschrittenen Krampfadern können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt über einen operativen Eingriff nachdenken.



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Letzte Änderung: 17.04.2020

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