Grafik Kinderkrankheiten Windpocken

Kinderkrankheit Windpocken

Windpocken sind in Deutschland dank systematischer Impfung seltener geworden. Dennoch gehört die Infektion mit dem hoch ansteckenden Varizella-Zoster-Virus immer noch zu einer der häufigsten Kinderkrankheiten.

Ansteckung

Die Windpocken-Viren werden meist durch Husten und Niesen übertragen (Tröpfcheninfektion). Aber auch die Viren, die sich in den Windpocken-Bläschen befinden, sind ansteckend. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei Wochen. Ansteckend sind Erkrankte bereits bis zu zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen und so lange, bis die letzten Bläschen abgeheilt sind.

Typische Symptome

Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung treten rötliche Flecken auf, die rasch zu wasserhaltigen Bläschen reifen, platzen und anschließend verkrusten. Dieser stark juckende Ausschlag tritt schubweise auf und verbreitet sich in verschiedenen Entwicklungsstadien über den gesamten Körper. Auch die Schleimhäute in Mund und Genitalregion können betroffen sein. Fieber ist möglich. Im Normalfall heilen die letzten Bläschen nach ein bis zwei Wochen ab.

Die Komplikationsrate ist in der ersten Schwangerschaftshälfte, kurz vor der Entbindung und bei Neugeborenen und Kindern unter einem Jahr am größten und steigt außerdem ab dem vierten Lebensjahr mit zunehmendem Alter wieder an. Mögliche Komplikationen sind vielfältig und reichen von bakteriellen Superinfektionen der Haut bis zu Hirnhaut- oder Leberentzündungen. Nach einer Windpockenerkrankung kann darüber hinaus meist noch Jahrzehnte später eine Reaktivierung des Virus zu einer Gürtelrose führen.

Behandlung

Während der Infektion ist eine sorgfältige Hautpflege wichtig. Daneben geht es vor allem darum, den starken Juckreiz zu mildern und ein Aufkratzen der Bläschen zu verhindern – denn das kann zu schlimmen Narben führen. Es ist also unter anderem sinnvoll, die Fingernägel der Kinder möglichst kurz zu schneiden. Eine zinkhaltige Schüttelmixtur zum Auftupfen unterstützt das Austrocknen der Bläschen und lindert den quälenden Juckreiz. Trägt das Kind noch Windeln, müssen diese häufiger gewechselt werden, damit der Ausschlag im trockenen Milieu heilen kann. Auch auf ausgiebige Bäder sollte so lange verzichtet werden, bis die Krusten abgefallen sind.

Vorbeugung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Varizellen-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendliche. Die erste Dosis wird in der Regel im Alter von elf bis 14 Monaten durchgeführt, die zweite sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat folgen. Ungeimpfte Kinder können bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeimpft werden. Frauen mit Kinderwunsch, die keine Windpockenerkrankung durchgemacht haben, sollten zwei Windpockenimpfungen im Abstand von mindestens vier bis sechs Wochen bekommen.

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Letzte Änderung: 11.01.2017



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