Arzt füllt Fragebogen aus

Die Patientenverfügung

Wenn Sie eine schriftliche Willenserklärung zu medizinischen Behandlungen verfasst haben, müssen sich die Ärzte künftig an diese halten.

Etwa neun Millionen Deutsche haben bis heute eine Patientenverfügung unterschrieben. In ihr legen sie fest, welche medizinischen Maßnahmen sie wünschen oder ablehnen, wenn sie sich infolge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr äußern können. Das kann bei einem Dauerkoma, nach einem Schlaganfall, bei fortgeschrittener Alzheimer oder im Endstadium einer unheilbaren Krankheit der Fall sein. Leider konnten sie sich bisher nicht darauf verlassen, dass diese Verfügung im Ernstfall auch gilt.

Der Wille des Patienten zählt

Aus diesem Grund hat der Bundestag 2009 über neue Regeln für Patientenverfügungen entschieden: Seit dem 1. September 2009 sind sie für Mediziner verpflichtend. Ärzte müssen den erklärten Willen des Patienten befolgen, auch wenn dies seinen Tod bedeuten kann. Betreuer oder Bevollmächtigte haben die Aufgabe, eine Verfügung gegenüber den Ärzten durchzusetzen. Voraussetzung ist aber, dass die Erklärung die tatsächliche Behandlungssituation überhaupt erfasst. Dazu müssen die Patientenverfügungen möglichst konkret sein.

"Ich will keine lebenserhaltenden Maßnahmen" kann so ziemlich alles heißen: von Medikamenten wie Antibiotika über Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem Herzinfarkt bis zu Operationen und Transplantationen. Sie müssen also ganz genau beschreiben, welche Maßnahmen wann nicht gewünscht sind. Auch Angaben darüber, ob man zu Hause sterben möchte, oder ob man bei Schmerzen Medikamente wünscht, selbst wenn dadurch der Tod schneller eintreten könnte, sollten in der Patientenverfügung vermerkt sein.

Patientenverfügung schriftlich festhalten

Das neue Gesetz legt zudem fest, dass die Schriftform Voraussetzung für die Wirksamkeit ist. Und der Patient muss volljährig gewesen sein, als er die Verfügung verfasst hat. Der Wille des Betroffenen gilt unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung. Festlegungen, die auf eine verbotene Tötung auf Verlangen gerichtet sind, bleiben allerdings nach wie vor unwirksam. Bei besonders schwerwiegenden Entscheidungen eines Betreuers, wird im Zweifel über den Patientenwillen das Vormundschaftsgericht hinzugezogen.

Eine gute Orientierung beim Verfassen einer Patientenverfügung bieten Textbausteine, die Experten formuliert haben. Diese können Sie so kombinieren, dass die Erklärung auf Ihren persönlichen Willen zutrifft. Solche Textbausteine bietet unter anderem das Bundesjustizministerium an.

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Die Regelungen der Patientenverfügung

Letzte Änderung: 19.06.2012



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