Atmen ist ein unbewusster, automatischer Vorgang. Wer denkt schon über diese simple Lungentätigkeit nach? Fakt ist jedoch, dass die meisten Menschen zu flach und zu hektisch atmen. Das ist ungesund, lässt sich aber ändern.
Durchschnittlich 15 Mal pro Minute atmet ein erwachsener Mensch. An einem Tag sind das hochgerechnet rund 20.000 Atemzüge – und pro Jahr mehr als sieben Millionen. Jeder einzelne Atemzug ist wichtig, um den Menschen am Leben zu erhalten. Denn durch das Einatmen gelangt Sauerstoff in die Lunge und wird von dort über das Blut im gesamten Körper verteilt. Und nur wenn alle Organe permanent mit Sauerstoff versorgt werden, können sie ihre Arbeit optimal erledigen.
Der für die Atmung wichtigste Muskel ist das Zwerchfell. Beim Einatmen schiebt es sich in den Bauchraum hinein, der sich dadurch nach außen wölbt. Deshalb wird die Zwerchfellatmung auch als Bauchatmung bezeichnet. Diese tiefe Atmung zieht viel Luft in die Lungen – deshalb gilt sie auch als die gesündeste Atemtechnik.
Im Gegensatz dazu steht die „falsche“ Atmung: Bei der Brust- oder Schulteratmung hebt sich lediglich der Brustkorb mit Hilfe der Rippenmuskulatur. Bei einer solchen flachen Atmung nimmt der Mensch viel weniger Sauerstoff auf. Eine mangelnde Sauerstoffversorgung hat wiederum Folgen, die sich in Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und Schlafstörungen äußern können.
Das Problem: Die meisten Menschen merken gar nicht, dass sie zu kurz und zu flach atmen. Stress und Sorgen beeinflussen die Atmung unbewusst. Auch zu enge Kleidung, verkrampftes Sitzen, eine falsche Körperhaltung und Bewegungsmangel behindern die ausreichende Sauerstoffaufnahme.
1. Den Atem beachten. Allein dieser Schritt führt oft zu einem natürlicheren Atemrhythmus. Man durchbricht den Teufelskreis „schlechte Atmung – wenig Energie – geringe Belastbarkeit – noch schlechtere Atmung“.
2. Einstellung ändern. Versuchen Sie, die Atmung nicht nur funktional zu sehen. Machen Sie sich bewusst, dass sie Leben spendet und uns gesund hält.
3. Richtig atmen. Beim Atmen sollte man das Gefühl haben, dass der Bauch von unten nach oben mit Luft angefüllt wird – so als würde man aus einem Krug Wasser in ein Glas gießen.
4. Entspannt bleiben. Lassen Sie den Atem leicht und langsam fließen. Sobald Sie merken, dass Sie sich zu sehr anstrengen, atmen Sie ein paar Mal kräftig ein und aus und fangen von vorne an.
Atmen als Therapie?