Bei Entspannungstechniken wie Yoga oder Pilates spielt die Atemtechnik eine wichtige Rolle. Richtiges Atmen beruhigt und macht gleichzeitig Mut – das lernen auch Patienten mit Depressionen oder Angststörungen. Für Asthmatiker kann Atemtraining ebenfalls eine große Hilfe sein.
Volles, bewusstes Atmen überschwemmt den Körper mit Energie. Man verfügt wieder über Reserven und kann seine Selbstheilungskräfte aktivieren. Selbstvertrauen und Intuition werden gestärkt. Die Atemtherapie ist eine sanfte, ganzheitliche Heilmethode und hat ihre Wurzeln in alten fernöstlichen Kulturen. Der Patient lernt, seine Atmung bewusst wahrzunehmen und er verfeinert seine Atemtechnik.
Bei zahlreichen Krankheiten wird die Atemtherapie inzwischen mit Erfolg eingesetzt. Besonders bei Asthma und chronischer Bronchitis ist die Wirksamkeit der Atemtherapie erwiesen. Denn durch das Training weiten sich nachweislich die verengten Atemwege, die Atemmuskulatur wird kräftiger, der Schleim im Lungenbereich kann sich besser lösen. Sogar der Medikamentenverbrauch (vor allem von Kortison) kann durch das Atemtraining enorm gesenkt werden, wie eine Untersuchung aus Neuseeland zeigt.
Richtiges Atmen kann Asthmatikern helfen, sowohl die Atemnot als auch die Angst bei einem Anfall zu reduzieren. Trainiert wird das Atmen in einer bestimmten Körperhaltung – dem Kutschersitz: Dabei sind die Beine leicht gespreizt, die Füße stehen ganz auf dem Boden. Der Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt und die Unterarme sind auf den Oberschenkeln abgestützt. So ist der Brustkorb vom Gewicht des Schultergürtels entlastet, der Patient kann tiefer einatmen.
Auch die sogenannte Lippenbremse hat sich bei Asthma bewährt. Der Asthmatiker atmet normal durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. Beim Ausatmen sind seine Lippen leicht zusammengepresst als würde die Luft gegen einen Widerstand strömen. So verlängert sich die Ausatmungsphase und die Bronchien entkrampfen sich. So kann mehr Luft abgeatmet werden, die sonst in der Lunge verbleibt.
Bei der Behandlung von Depressionen und Ängsten messen Experten der richtigen Atmung ebenfalls eine große Bedeutung zu. Durch freies und tiefes Atmen kommen Körper und Seele zur Ruhe. Alles entspannt sich. Die Welt sieht hinterher oft ganz anders aus.
Außerdem deuten viele Studien darauf hin, dass die Atemtherapie einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System hat. Der Blutdruck sinkt, und die Anpassungsfähigkeit des Herzens wird trainiert. Die richtige Vollatmung unter Einsatz des Zwerchfells massiert zudem die inneren Organe und fördert damit viele Körperfunktionen wie beispielsweise die Verdauung.
Atemübungen für zwischendurch