Kinder essen Wraps

Kinder und Fast Food – Interview mit einer Expertin

Pommes, Pizza und Burger stehen bei Kindern und Jugendlichen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Doch wie schädlich ist Fast Food für sie? Und fördert das fettige Essen gar ADHS, die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, unter der immer mehr Kinder leiden?

Clarimedis-Expertin Barbara Treunert, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, gibt Antwort auf diese und andere Fragen.

Wie schädlich ist es, wenn Kinder mehrmals wöchentlich Fast Food essen?

Barbara Treunert: Regelmäßiger Fast-Food-Konsum ist definitiv ungesund. Das meist sehr fettige Essen ist zu kalorienreich und enthält zu viele ungesunde gesättigte Fettsäuren. Zudem kommt die Vitaminversorgung zu kurz.

Welche Folgen können daraus resultieren?

Barbara Treunert: Die häufigste Folge ist Übergewicht – das fängt schon bei kleinen Kindern an. Daraus entstehen weitere Folgeerkrankungen wie etwa Probleme mit den Gelenken oder dem Rücken. Das wiederum kann zu einem Bewegungsmangel führen. Zudem steigt das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Erhöht Fast Food das Risiko an ADHS zu erkranken?

Barbara Treunert: Es gibt zwar Studien, die einen Zusammenhang zwischen Erkrankung und Ernährung untersucht haben. Allerdings konnte ein ursächlicher Zusammenhang wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden. Es gibt lediglich Vermutungen, dass eine ungesunde Ernährung mit viel Fast Food, Fertiggerichten und Süßigkeiten das Risiko erhöht, an ADHS zu erkranken. Bislang gibt es keine Empfehlung, ADHS-Kinder diätetisch zu behandeln. Dennoch ist eine optimierte Mischkost natürlich auch bei ADHS empfehlenswert.

Was empfehlen Sie Eltern im Umgang mit Fast Food bei ihren Kindern?

Barbara Treunert: Man sollte es nicht komplett verbieten, denn dadurch wird es für die Kinder noch attraktiver. Wenn sonst auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Getreideprodukten geachtet wird, darf ruhig einmal pro Woche Pommes, Pizza oder ein Burger auf dem Speiseplan stehen. Wenn man zusätzlich ein paar Dinge beachtet, ist sündigen absolut okay: So sollte man Pizza am besten selbst machen, statt Pommes für die Friteuse lieber welche für den Backofen kaufen, Salat als Beilage essen und anstatt Limo eine verdünnte Apfelsaftschorle trinken.

Wissens-Check Fast Food

AOK Clarimedis

Barbara Treunert, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Erreichbar kostenfrei unter: 0800 0 326[...]

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