Jeder kennt ihn. Er wohnt in unserem Kopf und frisst unsere guten Absichten: der innere Schweinehund. Wir erklären, was es mit dem Phänomen auf sich hat und wie sich der Schweinehund überlisten lässt.
Warum setzen wir uns vor den Fernseher, wenn wir doch eigentlich ins Fitnessstudio gehen wollten? Warum "müssen" wir uns gerade dann mit einer Freundin zum Kaffee treffen, wenn wir uns vorgenommen haben, joggen zu gehen? Schuld ist unser innerer Schweinehund. Er ist um keine Ausrede verlegen, wenn es darum geht, uns von unseren sportlichen Plänen abzuhalten.
"Der innere Schweinehund gehört zu unserem Leben dazu", erklärt Sportwissenschaftler Dr. Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln. "Er sagt uns, dass wir doch lieber etwas Angenehmes machen sollen."
Wir wollen Belohnung – sofort!
Genau das ist typisch für uns Menschen. Wir steuern unser Verhalten oft über kurzfristige Belohnungen. Einfache Zielsetzungen wie zum Beispiel "Ich will mehr Sport machen" reichen da nicht aus, denn unser Gefühl interessiert kein mittel- oder langfristiger Erfolg. Es sucht nach Bedürfnisbefriedigung – am besten sofort!
Doch es hilft alles nichts: Um langfristig Ziele zu erreichen, müssen wir kurzfristig etwas scheinbar Unangenehmes tun. Oder einfacher gesagt: Wer abnehmen möchte, muss eben joggen gehen. Und dafür ist es wichtig, den inneren Schweinehund zu überwinden.
Teil unserer Persönlichkeit
Trotz allem negativen Anschein: Der innere Schweinehund ist nicht nur eine wichtige Kontrollfunktion unseres Körpers sondern auch Teil unserer Persönlichkeit. Und das soll er auch bleiben, rät Sportexperte Kleinert: "Hin und wieder darf man ruhig auf ihn hören, denn es ist für unser Wohlbefinden immens wichtig, dass wir Dinge tun, die uns Freude bereiten." Die innere Stimme zwingt uns zum Wohlfühlen, und deshalb dürfen wir ihr auch ab und zu mal nachgeben. Ist es einmal dazu gekommen, lautet der Tipp des Experten: "Die Situation genießen und vor allem kein schlechtes Gewissen haben."
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