Jedes Jahr nehmen die Clarimedis-Experten rund eine halbe Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Fragen beantwortet das Expertenteam in der vigo Online-Rubrik „Anruferfrage der Woche“.
Diese Woche: Was versteht man unter Lagerungsschwindel?
Die Antwort der Clarimedis-Experten:
Lagerungsschwindel entsteht durch eine Störung im Gleichgewichtsorgan im Bogengangsystem des Innenohrs. Verursacht wird diese durch sogenannte Otolithen, winzige Kristalle, die im Bogengang zirkulieren. Die Verlagerung solcher Ohrsteine an untypische Stellen führt zur fehlerhaften Aussteuerung der Cupula, eines gallertartigen Gebildes im hinteren Teil der Bogengänge, das die Bewegungen des Kopfes wahrnimmt.
Dadurch entstehen die unangenehmen Symptome wie Drehschwindel, auch gepaart mit Übelkeit und Erbrechen oder Augenzittern (Nystagmus). Diese Symptome treten anfallsweise auf, sie werden durch einen Lagerungswechsel provoziert.
Der Lagerungsschwindel lässt sich durch sogenannte „Lagerungsmanöver“ oder „Befreiungsmanöver“ behandeln. Unter ärztlicher Anleitung wird der Kopf so bewegt, dass sich die Position der Ohrsteine verändert und die Symptome dadurch verschwinden. Bei 75% der Betroffenen reicht eine einmalige Behandlung bereits aus.
Medizinisch wird der Lagerungsschwindel übrigens als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel bezeichnet.
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Letzte Änderung: 22.06.2012