EHEC und Co: Vorsicht, Epidemie!

Egal, ob EHEC, BSE, SARS, Schweine- oder Vogelgrippe – wochenlang ist die neueste Krankheit das bestimmende Thema in der Medienwelt. Schnell ist die Rede von einer Epidemie oder gar Pandemie. Experten melden sich zu Wort, Impfempfehlungen werden ausgesprochen, Verhaltensregeln diskutiert. Die Folge ist: In der Bevölkerung macht sich Unsicherheit breit. Dr. Maik Irmisch ist Internist und Experte für Reisemedizin. Er erklärt uns, wie es zu diesen extremen Reaktionen kommt und wie man den goldenen Mittelweg findet, nicht in Panik auszubrechen, aber Krankheiten auch nicht zu unterschätzen.

vigo Online: Wie kommt es dazu, dass wir mit Angst oder gar Hysterie auf neue Krankheiten reagieren, die in den Medien auftauchen?
Dr. Irmisch: Wenn die Presse von schlimmen Einzelschicksalen und Todesfällen wie zuletzt bei der Schweinegrippe und EHEC berichtet, dann verunsichert das natürlich. Wenn sich dann auch noch Wissenschaftler und Experten unsicher sind und sich – im schlimmsten Fall vor laufender Kamera – widersprechen, dann kann es natürlich dazu führen, dass die Menschen Angst bekommen.

vigo Online: Ist diese Angst gerechtfertigt?
Dr. Irmisch: In den meisten Fällen nicht. In den Industrieländern ist es so, dass schwere Infektionskrankheiten der Vergangenheit nahezu ausgerottet wurden oder sich auf dem Rückzug befinden. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen: Dazu zählen eine verbesserte Nahrungsmittelhygiene, der Erfolg von Impfprogrammen, die Trennung von menschlichem und tierischem Wohnbereich sowie verbesserte Therapiemöglichkeiten. Darüber hinaus sorgen staatliche Überwachungssysteme seit 2001 dafür, dass neue Erkrankungen frühzeitig erkannt und eingedämmt werden können. Auch die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Instituten ist viel besser geworden.

vigo Online: Angenommen morgen erscheint in den Medien eine Schreckensnachricht über eine neue Krankheit. Wie sollten wir reagieren?
Dr. Irmisch: Ich warne davor, das Gehörte oder Gelesene zu verallgemeinern. Man sollte sich nicht verrückt machen lassen, wenn irgendwo auf der Welt eine Epidemie ausgebrochen ist. Nutzen Sie seriöse Quellen wie etwa das Robert Koch-Institut, um sich zu informieren. Trotzdem sollte man mit der nötigen Vorsicht an das Thema herangehen.

vigo Online: Was kann man machen, um sich vor Krankheiten zu schützen?
Dr. Irmisch: Anfangen kann man beispielsweise mit einer stärkeren persönlichen Hygiene. Damit meine ich vor allem, dass wir uns nicht nur in der Grippesaison regelmäßig die Hände waschen und keine Hände schütteln. Außerdem sollte man die für seine Alters- und Risikogruppe relevanten Impfungen, vor allem gegen die echte Grippe, auch Influenza genannt, durchführen lassen und spezielle Reisewarnungen beachten.

Was wurde eigentlich aus...?

Letzte Änderung: 06.06.2012



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Dr. Maik Irmisch, Facharzt für Innere Medizin
Erreichbar kostenfrei unter: 0800 0 326 326

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