Computer an, rein ins Internet und schnell das Medikament bestellen. Auf den ersten Blick scheinen Versandapotheken im Internet viele Vorteile zu haben. Sie sind bequem, diskret und preiswert. Doch wie sieht es mit der Qualität der Produkte und der Beratung des Patienten aus?
Im Januar 2004 wurde der Online-Handel mit frei verkäuflichen und rezeptpflichtigen Medikamenten zugelassen. Seitdem wächst die Zahl der Versandapotheken im Internet. Vor allem chronisch Kranke, die regelmäßig Medikamente benötigen, nutzen diesen Weg und bestellen bei DocMorris, Pharma 24 & Co.
Bei rezeptfreien Medikamenten locken die Versandapotheken zudem teilweise mit Preisvorteilen. Um den Geldbeutel zu schonen, klicken sich viele Menschen für ihre Arzneimittel deshalb durch das World Wide Web. Bei einer allzu ausgeprägten Schnäppchenmentalität drohen jedoch gesundheitliche Risiken.
Eine große Gefahr sind gefälschte Medikamente. Verbraucherschützer warnen deshalb regelmäßig vor allem vor Versandapotheken in Übersee, da die Qualität der Medikamente bei diesen Händlern nur schlecht beurteilt werden könne. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit sieben Prozent aller Medikamente illegale Fälschungen – die meisten dieser Präparate werden im Internet vertrieben.
Auch sonst haben die Apotheken im Netz gegenüber den Apotheken vor Ort einen wichtigen Nachteil: Eine ausführliche Beratung findet meistens nicht statt. Doch das kann die Sicherheit des Patienten gefährden. Denn während der Apotheker um die Ecke die Verfassung des Kunden persönlich beurteilen und nachfragen kann, ist der Kunde im Internet auf die Standardinformationen im Netz beschränkt oder hat als Ansprechpartner höchstens einen Call Center-Mitarbeiter an der Telefonhotline.
Beratung bei Medikamenten ist jedoch wichtig. Das gilt auch für rezeptfreie apothekenpflichtige Arzneimittel. Denn auch diese können Nebenwirkung haben und sind bei einer falschen Einnahme, bei Vorerkrankungen oder einer ungünstigen Medikamentenkombination nicht ungefährlich. Bedenkenlose Selbstmedikation ist riskant. Nur durch eine Rücksprache mit dem Arzt oder dem Apotheker vor Ort sind Patienten auf der sicheren Seite.